Rechner für die Berechnung Anteil Eigenverbrauch
Mit steigenden Strompreisen und
gleichzeitig sinkenden Einspeisevergütungen wird das Thema
Eigenverbrauch immer wichtiger und damit auch interessanter. Inzwischen
steht bei der Planung einer PV-Anlage nicht mehr die Netzeinspeisung im
Vordergrund, sondern der Eigenverbrauch. Um eine Aussage über
die Auswirkungen vom Eigenverbrauch auf die
Rentabilität einer PV-Anlage treffen zu können, muss
der Anteil des Eigenverbrauchs bekannt sein. Selbst für
Betreiber von Anlagen, die zwischen 2009 und April 2012 ans Netz
gegangen sind ist die Überlegung einer Umrüstung auf
Eigenverbrauch immer präsenter. Ab Juli 2010 wurde der
Eigenverbrauch, der die Grenze
von 30% überschritten hat sogar noch höher
vergütet.
Der Eigenverbrauchsanteil gibt an, wieviel Prozent des erzeugten Solarstroms selbst verbraucht wird.
Als Formel ausgedrückt: Eigenverbrauchsanteil = Selbstverbrauchter Strom / erzeugter PV-Strom
Im ersten Schritt ermitteln Sie also Ihren möglichen
Eigenverbrauchsanteil. Die Anleitung und den Link für den
Rechner finden Sie weiter unten.
Anschließend können Sie anhand meines Eigenverbrauchrechners ermitteln,
inwiefern sich der Eigenverbrauch für Sie lohnt. Bis
März 2012 ist auch die komplizierte Umsatzsteuerberechnung
beinhaltet.
Sollten Sie Interesse an einem Batteriespeichersystem haben, so
empfehle ich Ihnen meinen Rechner Eigenverbrauch mit Akkusystem.
Was können Sie beeinflussen bei der Eingabe?
- Einteilung des Stromverbrauchs pro Monat
- Einteilung des Stromverbrauchs innerhalb einer Woche nach Werktagen, Samstag und Sonntag
- Einteilung des Stromverbrauchs an 24 Stunden pro Tag, stündlich!
Die Daten für den generierten Solarstrom habe ich meiner Anlage High-Light entnommen und mittels PVGIS normiert. Diese Datenbasis führt zu vernünftigen Ergebnissen. Variieren Sie die Parameter nach Ihren Verbrauchsgewohnheiten oder bei einem Gewerbeobjekt nach den Betriebszeiten. Die Einstellmöglichkeiten sind vielfältig
Aber jetzt viel Spaß beim Jonglieren mit den Parametern, die Ihnen das Tool zum Berechnen des Anteils am Selbstverbrauch bietet.
Download: Berechnung Eigenverbrauchsanteil www.photovoltaik-web.de.xls
Die Anleitung über die Vorgehensweise finden Sie sowohl in der Datei selber, wie auch weiter unten im Beitrag.Sollten Sie weitere Vorschläge zur Optimierung haben oder Ihnen fallen trotzdem noch Ungereimtheiten auf, wäre ich Ihnen weiterhin dankbar, wenn Sie mir das per E-Mail mitteilen könnten. Nur eine Bitte: Lesen Sie sich zuvor sorgfältig in das Thema ein!
Anleitung und Erläuterungen zum Excel-Rechner für den Eigenverbrauchsanteil einer Photovoltaikanlage
Einleitung: Wichtige Verallgemeinerungen:Die Einstrahlungsdaten basieren auf den Daten meiner Anlage High-Light, die ich importiert, umgerechnet und mit Hilfe von PVGIS normiert habe. Da die Anlage genau nach Süden ausgerichtet ist und auch so gut wie keine Verschattung aufweist und mit einer Dachneigung von 33 Grad auch hier ein gutes Mittel besitzt dürften diese als Datenbasis einigermaßen repräsentative Ergebnisse liefern. Aufpassen muss man bei starken Abweichungen der Ausrichtung aus Süden sowie bei sehr flachen oder steilen Dächern. Hier kann es zu Verschiebungen kommen. Bei flachen Dächern wäre der Ertrag im Sommer höher, bei steilen Dächern im Winter. Bei der Ausrichtung verschieben sich die Zeiten des höchsten Ertrages je nachdem, ob die Anlage mehr nach Osten oder Westen ausgerichtet ist mehr in den Vormittag oder den Nachmittag. Zuletzt muss beachtet werden, dass alle Einstrahlungsdaten gemittelt sind. Das entspricht natürlich absolut nicht den natürlichen Gegebenheiten. An Tagen mit wenig Sonnenschein wäre der Eigenstromanteil wesentlich höher, an sehr sonnigen Tagen entsprechend geringer. Das Wetter lässt sich aber nun mal nicht berechnen. Durch die Durchschnittsbildung der Einstrahlungswerte werden große Anlagen etwas schlechter wegkommen, kleine Anlagen etwas besser. (Weil Sie den zur Verfügung stehenden Solarstrom gar nicht voll ausnutzen)
Wie kommen Sie an den Jahresstromverbrauch und die Verteilung über das Jahr und den Tag?Gute Frage, das ist der Knackpunkt. Wer bereits einen "intelligenten Stromzähler", wie er für Neubauten inzwischen vorgeschrieben ist sein eigen nennt, hat da schon gute Karten. So ein Stromzähler zeichnet den Stromverbrauch über den Tagesverlauf auf. Wer diese Möglichkeit nicht hat, dem bleibt nur das Beobachten des Stromzählers, notieren der Verbrauchswerte und die Analyse der eigenen Verbrauchsgewohnheiten. Den Jahresstromverbrauch kann man aus der letzten Jahresstromabrechnung des Stromanbieters entnehmen.
Vorgehensweise:
Schritt 1:Als erstes geben Sie in den Grunddaten, den Gesamtjahresertrag sowie den Gesamtstromverbrauch Ihres Haushalts oder des Projektes ein. Die Eingabe der Anlagengröße ist nicht notwendig, da für die Berechnung nur der Jahresertrag in Bezug zum Stromverbrauch gesetzt werden muss. Ob die Anlage 1.000 kWh/kWp oder nur 700 kWh/kWp bringt ist vollkommen irrelevant. Wenn Sie diese Daten eingegeben haben, sehen Sie sofort eine erste Berechnung des Eigenverbrauchanteils mit den von mir vorgegebenen weiteren Einstellungen. Das gibt Ihnen einen ersten Hinweis auf den zu erwartenden Anteil des Eigenverbrauchs.
Schritt 2:Klicken Sie auf den Reiter "Tag". Hier können Sie den täglichen Stromverbrauch über den Tag verteilen. Ich habe nach Werktagen, Samstag und Sonntag unterschieden. Die eingegebenen Daten fliessen alle in das Ergebnis ein. Wenn Sie beispielsweise den Stromverbrauch zur Mittagszeit erhöhen, werden Sie sehen, wie der Eigenverbrauchsanteil nach oben geht. Sind alle Familienangehörige berufstätig, und der Hauptstromverbrauch ist während den Abendstunden, geht der Eigenverbrauchsanteil, da die Einstrahlung gering ist herunter. Verteilen Sie den Stromverbrauch so über den Tag, dass am Ende eine grüne 100%-Marke zu sehen ist.
Schritt 3:Klicken Sie auf den Reiter "Woche" und nehmen Sie die Verteilung des Stromverbrauchs über die Woche vor. An Werktagen wird es nicht zu großen Streuungen kommen, daher habe ich diese auch zusammengefasst. Am Wochende kann es durchaus zu größeren Abweichungen kommen. Vor allem bei gewerblichen Objekten wird hier der Verbrauch um ein Vielfaches geringer sein. Verteilen Sie auch hier den Verbrauch wieder so, dass am Ende die Anzeige grün ist und auf 100% steht.
Schritt 4:Jetzt muss der Jahresstromverbrauch noch über die einzelnen Monate verteilt werden. Heizen Sie mit Strom? Dann wird beispielsweise der Verbrauch in den kalten Wintermonaten besonders hoch sein. Gehen Sie im Juli/August in Urlaub oder macht die Firma, auf deren Dach eine Anlage installiert werden soll in dieser Zeit Betriebsferien? Dann haben Sie Pech gehabt, denn gerade zur besten PV-Zeit geht der Stromverbrauch gehörig in die Knie! Testen Sie es selber, reduzieren Sie den Stromverbrauch im Sommer und Sie werden sehen, wie der Eigenverbrauchsanteil dramatisch sinkt. Auch hier gilt wieder, die Verteilung auf 100% zu stellen.
Schritt 5:Schauen Sie sich die Monatsdiagramme im Tabellenblatt "Auswertung Eigenverbrauch" an.
- Die rote Linie zeigt den durchschnittlichen Stromverbrauch während eines Monats an. Achtung! Es handelt sich um den Durchschnitt! Deshalb kann es sein, dass der Eigenverbrauch zu manchen Zeiten höher als der Stromverbrauch ist, was ja eigentlich nicht sein kann. Das passiert, wenn die Daten der Arbeitstage und der Wochenendtage stark variieren. Die Daten jedes einzelnen Tages anzuzeigen wäre aber zuviel des Guten, daher der Kompromiss mit dem Durchschnittswert, Gerechnet wird aber mit den absoluten Werten (Es gibt nur geringe Abweichungen durch Rundungsfehler)
- Der gelbe und der darüberliegende blaue Balken zeigen zusammen die durchschnittliche Solarstromproduktion während eines Monats an. Dabei zeigt der gelbe Balken den Eigenverbrauchsanteil an.
Der Reiter "Normierte Ø-Tageserträge" ist nur für die Berechnung der Daten hilfreich und hat keinerlei Eingabefelder. Hier habe ich die Daten aus dem Solarlog der Anlage High-Light als Basis genommen und normiert.
