Photovoltaik - Brand - Feuer - Löschen - Gefahren und Vorkehrungen |
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Ernüchterndes oder aber auch niederschmetterndes Ergebnis einer persönlichen Mini-Umfrage unter fünf Feuerwehrleuten brachte folgendes Ergebnis zu Tage: Von den befragten Einsatzkräften, unter denen sich immerhin ein Zugführer und ein Gruppenführer befanden, wurde noch keiner im Thema Photovoltaik geschult. Die Verantwortlichen weisen zwar darauf hin, dass es sich im Ernstfall um eine "elektrische Anlage" handelt und hierfür Regeln existieren nach denen gehandelt wird, aber ein Basiswissen über die Funktion einer Photovoltaikanlage ist wenn überhaupt dann nur rudimentär vorhanden. .....Eigentlich das Schlimmste, was sich ein Hausbesitzer vorstellen kann: Es brennt! Eine Photovoltaikanlage erzeugt hohe Spannung aber keine "Hochspannung"Was mag nun die Feuerwehr davon abhalten, den Brand wie gewohnt schnellstmöglich einzudämmen? Ganz einfach: Auch in Feuerwehrkreisen hat es sich herumgesprochen, dass eine Photovoltaikanlage hohe Spannungen erzeugt. Achtung! Keine Hochspannung! Von Hochspannung ist laut VDE erst die Rede, wenn Spannungen über 1.000 Volt erreicht werden. Das ist auf der DC-Seite einer PV-Anlage nicht der Fall! Hochspannung kann nur auf der AC-Seite anstehen, diese lässt sich aber im Notfall, anders als die DC-Seite abschalten! Diese "relativ" hohe Gleichstromspannung in Kombination mit Wasser, und davon ist beim Löschen mehr als genug vorhanden, löst nicht nur bei einem Feuerwehrmann mehr als nur Unbehagen aus, es ist schlicht und ergreifend lebensgefährlich. Nur wenn der Brand während der Nacht ausbricht, also wenn kein Sonnenschein vorhanden ist, steht die Photovoltaikanlage nicht unter Spannung. Mondschein und Licht von Straßenlaternen erzeugen entgegen anderen Aussagen die man lesen kann nicht genügend Spannung, um eine nennenswerte Gefährdung bei einem Löscheinsatz hervorzurufen. Sobald aber Licht in Form von Sonnenstrahlen auf die Solarzellen trifft, auch bei bedecktem Himmel oder in der Dämmerung, produzieren sie Strom und die Anlage lässt sich bis zur DC-Freischaltstelle nicht spannungsfrei halten. Bei Gleichstrom wird ein kritischer Wert bei ca. 120 Volt erreicht. Eine moderne Photovoltaikanlage erreicht aber Spannungen bis zu 1.000 Volt. Ursachen für einen BrandherdAm ehesten kommen als Brandursache Lichtbögen in Frage. Wer schon einmal Stecker und Kontakte von Photovoltaikanlagen, die in vollem Betrieb sind gezogen hat, weiß wie schnell sich hier ein Lichtbogen bildet. Das Schlimme an der Sache ist der Gleichstrom. Während bei Wechselstrom ein entstehender Lichtbogen durch die dauernden Richtungswechsel des Stromes gleich wieder abbricht, kann er sich bei Gleichstrom stundenlang halten. Bereits ein loser Stecker kann solch einen Lichtbogen auslösen. Gefahren beim Löschen einer PV-Anlage Ein Wasserstrahl, der aus geringer Entfernung (unterhalb Mindestabstand!) direkt auf Solarmodule gerichtet wird, kann einen Stromkreis schliessen und den patschnassen Feuerwehrmann unter Strom setzen. Eine Abdeckung der Module ist nicht praktikabel. Photovoltaikanlagen bilden oft einen Deckel auf dem Dach, der den Zugang zum Feuer und Brandherd verhindert. Weiterhin ist die Unterkonstruktion der Anlage aus Aluminium, welches nicht mit abbrennt. Dann können Teile der Anlage oder die gesamte Photovoltaikanlage in einem Rutsch vom Dach herunterstürzen und damit die Feuerwehrleute gefährden. Wenn Kunststoffe, die an der Rückseite der Module und als Ummantelung der Solarkabel verbaut sind brennen, kann Zyanidgas entstehen, das zu Blausäure-Vergiftungen führen kann. Es gibt keine genau spezifizierten Standorte für die Komponenten der PV-Anlage, wie Trennschalter oder Wechselrichter. Die Feuerwehr muss zuerst auf die Suche danach gehen. Ein weiterer Gefahrenpunkt ist das mögliche Splittern der Module. Kein erhöhtes Gefahrenpotential in Form von gefährlichen Gasen soll von Dünnschichtmodulen wie die von First-Solar ausgehen, auch wenn diese unter anderem mit dem giftigen Schwermetall Cadmium hergestellt sind. Was kann unternommen werden, um das Löschen zu erleichtern, das Feuer einzudämmen oder die Gefahr eines Stromschlages zu vermeiden. Versuche der Feuerwehr München, Photovoltaikanlagen durch Beschäumen abzudunkeln und damit spannungsfrei zu bekommen schlug fehl. Bereits nach ca. fünf Minuten war die Ausgangsspannung wieder erreicht, weil der Schaum einfach von den Modulen gerutscht ist. Also fällt diese Möglichkeit schon einmal weg. August 2010: Allgemein gültige Unfallverhütungsvorschriften beachten §29 der Unfallverhütungsvorschrift Feuerwehren einhalten! Bei Einsätzen in elektrischen Anlagen und in deren Nähe sind Maßnahmen zu treffen, die verhindern, dass Feuerwehrangehörige durch elektrischen Strom gefährdet werden. Diese Forderung schließt ein, dass:
Was kann unternommen werden, um den Brandschutz zu verbessern? Seitens Anlagenbetreiber:
Seitens der Feuerwehr: Schulen Sie die Mitarbeiter der Feuerwehr in der Technik der Photovoltaikanlagen! Gehen Sie vor Ort und lassen Sie sich von einem Solarteur alle Anlagenbestandteile haargenau erklären. Führen Sie spezielle Übungen an Gebäuden mit Photovoltaikanlagen durch. (Wenn Sie dabei Trennschalter betätigen und die Anlage ausschalten seien Sie gnädig mit dem Betreiber und suchen Sie sich einen trüben, regnerischen Tag heraus)Ein gutes Beispiel, wie so eine Schulung aussehen kann wird in diesem Zeitungsartikel über die Feuerwehr in Rahden beschrieben: Bloss nicht einfach am Kabel ziehen Seitens Modulhersteller - Wechselrichterhersteller:
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