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Was spricht für bzw. gegen eine Photovoltaik Anlage?

Hin und wieder werde ich gefragt, was es für Vorteile aber auch Nachteile bei einer Photovoltaikanlage gibt. Grund genug, diese einmal auch auf meiner Website aufzuführen und Pro und Contra gegeneinander abzuwägen. Gerade jetzt nach Fukushima findet ein Wandel in vielen Köpfen statt. Immer mehr Menschen wollen ihren Beitrag zur Energiewende leisten. Möglich ist das für den normalen Bürger am einfachsten mit einer PV- oder einer Solarthermieanlage. Hier kann man wirklich aktiven Klimaschutz leisten, dazu noch mit einer Energieform, die vollkommen unentgeltlich und in praktisch unbegrenzter Menge zur Verfügung steht.
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Jetzt aber zu der Aufzählung der Vorteile. Die Nachteile, die ebenfalls existieren, sollen aber auch nicht unausgesprochen bleiben.

Vorteile einer Photovoltaik Anlage

  • CO2-Emmissionen werden reduziert, damit kann jeder seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Selbst Betreiber, die nur aus wirtschaftlichen Gründen eine Solaranlage angeschafft haben entwickeln mit der Zeit einen gewissen Stolz aktiven Umweltschutz zu betreiben und für die erneuerbare Energien zu werben. Es entfaltet sich fast automatisch ein neues Bewusstsein im Umgang mit Energie. Stromfresser werden ausgetauscht, Standby wird abgeschafft, Energie wird nicht mehr verschwendet.
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  • Die Sonne steht als unerschöpfliche Energiequelle zur Verfügung, kostet also nichts.
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  • Fossile Brennstoffe wie Öl oder Kohle gehen zur Neige, damit steigen die Erzeugungskosten für Strom.
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  • Bei ordentlichem Preis-Leistungsverhältnis der PV-Anlage werden gute und vor allem gesicherte Renditen erzielt. Möglich ist das durch die gesetzlich festgelegte Einspeisevergütung laut dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) über eine Laufzeit von 20 Jahren plus dem Jahr der Inbetriebnahme.
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  • Kein Finanzierungsrisiko wie beispielsweise bei Aktien oder ähnlichen Anlagemöglichkeiten, die nicht vorhersehbaren Schwankungen unterliegen.
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  • PV-Anlagen (mit Ausnahme Anlagen mit Nachführung) sind extrem wartungsarm, da es keine beweglichen Teile gibt. Verschleiß durch bewegte Teile ist somit ausgeschlossen. Die Anlage hat eine Lebenserwartung von mindestens 20 - 25 Jahren. Diese Beständigkeit wurde in vielen Langzeittests bewiesen. Auch gibt es bereits viele Anlagen, die bereits seit mehr als einem Jahrzehnt ihren Dienst tun. Lediglich der Wechselrichter unterliegt einem Verschleiß, das sollte in der Kalkulation entsprechend berücksichtigt werden.
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  • Keine Lärmbelästigung, keine Geruchsbelästigung, keine Emissionen, keine Schadstoffe
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  • Auch bei einer Störung der PV-Anlage steht weiterhin Strom aus dem Netz zur Verfügung.
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  • Nach Ende der Laufzeit der Module können diese einfach demontiert werden. Die Entsorgung dürfte im Vergleich zu einem Kernkraftwerk das kleinste Problem sein. Momentan wird durch den Verband "PV-Cycle", dem bereits über 100 PV-Firmen angehören ein Rücknahmesystem aufgebaut. Bis spätestens 2015 soll dieses zur Verfügung stehen. Solarzellen, Glasfront und der Alu-Rahmen sind die wichtigsten Bestandteile, die man einer Wiederverwendung zuführen kann.
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  • Mit einer PV-Anlage ist man unabhängig vom eigenen verbrauchten Strom, es besteht also kein Limit für den erzeugten Solarstrom. Alles wird bzw. muss abgenommen werden. Der Überschuss oder der gesamte erzeugte Solarstrom wird einfach ins Netz eingespeist und vergütet.
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  • Die seit dem Jahr 2009 eingeführte Eigenverbrauchsregelung macht einen Betreiber zum Teil unabhängig von steigenden Strompreisen. Gleichzeitig kann er durch die Vorteile des Eigenverbrauchs, vor allem wenn er 30% deutlich übersteigt sehr profitieren.
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  • Bei PV handelt es sich um eine ungefährliche Technologie (vergleiche Atomstrom!). Die einzige Gefahr kann von hohen Spannungen im Brand- oder Überflutungsfall für Einsatzkräfte ausgehen. Aber auch hier gibt es bereits Lösungen, die diese Gefahren eindämmen.
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  • Flexible Anlagengröße durch modularen Aufbau. Anlagen von 1 kWp bis etliche MWp können realisiert werden.
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  • Netzunabhängige Anlagen (Inselanlagen) sind möglich für Gebäude oder Wohnstätten, die über keinen Stromanschluss verfügen. (Wichtig auch in Entwicklungsländern)
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  • Kurze Energierücklaufzeit: Je nach der verwendeten Technologie ist die für die Herstellung der Komponenten benötigte Energie bereits nach wenigen Jahren wieder amortisiert. Spätestens nach 5 Jahren Laufzeit ist die investierte Energie wieder herausgeholt und alle weiteren Jahre in Betrieb sorgen für eine überaus positive Ökobilanz.
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  • Dezentrale Energieversorgung. Der Strom wird dort erzeugt, wo er gebraucht wird. Die Stromnetze werden dadurch entlastet und die Machtverhältnisse am Strommarkt werden etwas entzerrt.
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Nachteile einer Photovoltaik Anlage

  • Die Module unterliegen einer Degradation. Das bedeutet, dass sie im Laufe der Zeit etwas an Leistung verlieren. Die Leistungsgarantie der meisten Modulhersteller beträgt 90% auf 10 Jahre und 80% auf 20 Jahre. Diese Nachteile werden aber in einer qualifizierten Kalkulation berücksichtigt und sind damit eigentlich keine Nachteile sondern gehören einfach zur Technik der Photovoltaik.
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  • Wechselrichter sind Verschleißteile und können schneller als einem lieb ist ausfallen. Eine entsprechend lange Garantielaufzeit oder eine Verlängerung der bestehenden Garantielaufzeit der Wechselrichter sowie finanzielle Rücklagen sind daher ratsam.
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  • Hohe Investitionskosten, die sich im Durchschnitt nach frühestens 10 - 15 Jahren amortisieren.
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  • Unternehmertum mit allen Pflichten wie beispielsweise anfängliche monatliche Umsatzsteuermeldungen, Einkommensteuererklärung etc.
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  • Eine geeignete Dachfläche wird benötigt. Diese sollte möglichst Richtung Süden zeigen und weitestgehend unverschattet sein. Das Argument, dass sich nur Hausbesitzer eine PV-Anlage anschaffen können lasse ich nicht gelten. Überall gibt es Gemeinschaftsanlagen, bei denen sich jeder beteiligen kann.
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  • Nicht jeder empfindet eine PV-Anlage auf einem Dach als ästhetische Aufwertung. Ein Atom- oder Kohlekraftwerk sieht aber auch nicht gerade hübsch aus, oder?
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  • PV liefert keine gleichmäßige Stromeinspeisung. Naturgemäß schwankt die eingespeiste Strommenge je nach Tageszeit und Witterung. Durch den vermehrten Zubau mit Photovoltaikanlagen kommt es daher entweder zu einer Über- oder Unterversorgung an Strom. Speichermöglichkeiten sind momentan noch sehr teuer.
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  • Unternehmerisches Risiko: Es kann auch schief gehen. Schlechte Planung, dilettantische Installation, qualitativ schlechte Komponenten. Das Risiko trägt der Betreiber der Anlage und dieser kann bei schlechten Erträgen, die hinter den Erwartungen zurückliegen, in eine finanzielle Notlage geraten. Fachgerechte Planung ist deshalb das A und O. Lassen Sie sich zu nichts drängen und holen Sie sich mehr als ein Angebot ein, um die angebotenen Komponenten, Planung und Installationsweise der PV-Anlage zu vergleichen.

Vorteil und Nachteil, je nach Blickwinkel

Die Einspeisevergütung, die einem PV-Betreiber gemäß EEG zusteht ist keine Subvention, sondern wird auf alle Stromkunden umgelegt. Das bedeutet, dass jeder, der Strom bezieht einen Teil der Einspeisevergütung zahlen muss. Für einen PV-Anlagenbesitzer ist die Einspeisevergütung verständlicherweise sehr willkommen und hat somit Vorteile, denn ohne diese würde sich auch heute noch keine Photovoltaikanlage rentabel betreiben lassen.

Viele, die keine Anlage auf dem Dach haben, sehen die Umlage meist als Nachteil, weil sie für etwas zahlen müssen ohne direkt davon zu profitieren. Dass das etwas kurz gedacht ist, ist aber ein anderes Thema, welches ganze Seiten füllen könnte (Z.B. Merit-Order-Effekt, der für sinkende Strompreise sorgt etc.) Außerdem kann sich jeder, wie bereits weiter oben erwähnt, an Gemeinschaftsanlagen beteiligen und sich so einen Teil des Kuchens abschneiden.

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Dieser Artikel wurde erstellt von: Christian Märtel, Redakteur www.Photovoltaik-Web.de
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