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    Praxistest zum Ertragsgewinn durch Schneeentfernung

    Lohnt sich die Schneeentfernung bei Photovoltaikanlagen? Dieser Frage ist das TEC-Institut mit einem Praxistest nachgegangen, der mit einem ernüchternden Ergebnis geendet hat.
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    Zunächst aber zu dem Versuch selbst: Als Testobjekt wurde eine 1,24 MW Freiflächenanlage der Antaris Solar im tschechischen Holysov ausgewählt. Freiflächenanlage deshalb, damit bei dem Versuch niemand zu Schaden kommt, wenn er den Schnee von Solarmodulen, die auf dem Dach montiert sind abräumen würde. Es wurden zwei Testfelder mit jeweils 32,4 kWp miteinander verglichen. Bei einem Feld wurde der Schnee täglich bis auf das Wochenende und Feiertage entfernt, beim anderen Feld wurde der Schnee nicht angerührt. Über 68 Tage wurden so die Erträge dieser beiden Felder miteinander verglichen.

    Geringer Ertragsgewinn durch Schneeräumung

    Das Ergebnis war für das TEC-Institut überraschend. Der Mehrertrag lag nur bei ca. 1,4%, der durch die regelmäßigen Schneeräumaktionen zusätzlich gewonnen wurde. Als Fazit wird das Schneeräumen von Solarmodulen stark in Frage gestellt, da die Kosten für das Schneeräumen die zusätzlichen Erträge übersteigen könnten. (Die Auswertung des Tests können Sie hier kostenfrei herunterladen).

    Aus der Praxis: Schneeentfernung bei meiner PV-Anlage "High Light"

    hp high light schnee

    Ich befreie nach wie vor den unteren Teil meiner Anlage vom Schnee. Das geschieht vollkommen gefahrlos vom Boden aus. Wenn ich den oberen Teil mit einbeziehen wollte, müsste ich auf eine Leiter steigen. Das ist erstens riskant und zweitens auch sehr anstrengend. Daher lasse ich es lieber gleich.

    Die Vorgehensweise, wann ich die Module vom Schnee befreie unterscheidet sich aber extrem von dem Vorgehen beim Versuch des TEC-Instituts. Hier wurden die Module stur jeden Tag vom Schnee befreit, ohne Rücksicht auf die Bedingungen. Ich stelle mir also gerade vor, wie ein Mitarbeiter im größten Schneegestöber das Testfeld vom Schnee befreit. Wahrscheinlich ist er noch nicht mal fertig mit seiner Arbeit, da sind die ersten Module schon wieder zugeschneit.

    Meine wichtigsten Arbeitsmittel sind nicht der Schneeabzieher, sondern alle Informationen, die ich über das Wetter heute und in den nächsten Tagen bekommen kann. Dazu bediene ich mich den Informationen, die ich selber auf meiner Solarlogseite bereitstelle. Das sind also diverse Wettervorhersagen und prognostizierte Sonnenscheinstunden für die nächsten Tage. Zusätzlich habe ich eine Wetterstation, die mir auf meinen Standort bezogen die Wettervorhersage für die nächsten 5 Tage anzeigt.

    Wichtigste Information beim Schneeräumen: Die Wettervorhersage

    Nur, wenn für den nächsten Tag mindestens 4-5 Sonnenstunden vorhergesagt werden, wird eine Schneeräumaktion ins Auge gefasst. Vorletzten und letzten Winter war das des Öfteren der Fall. Im Vergleich dazu war der Winter 2012/2013 absolut enttäuschend. Nur zwei Mal bin ich bisher tätig geworden. Zwar waren die Module für lange Zeit mit Schnee bedeckt, aber das Wetter war auch äußerst bescheiden. Nur Schneefall und bedeckter Himmel. Warum sollte ich mir also überhaupt die Mühe machen, um den Schnee zu beseitigen? Sonne war sowieso keine da! Einmal hat mich die Wettervorhersage im Stich gelassen. Die Rede war von der Sonne, die eventuell auch mal hinter den Wolken hervorkommen könnte. Dann aber am nächsten Tag strahlend blauer Himmel ohne auch nur ein Wölkchen am Himmel.

    Persönliches Fazit zur Schneeentfernung

    Das Motto lautet: maximaler Ertrag mit minimalem Aufwand. Es gab schon Perioden, bei dem meine Anlage über Tage hinweg bei strahlendem Sonnenschein eingespeist hat, während andere Anlagen unter einer tiefen Schneedecke im ebenso tiefen Winterschlaf waren. Hier kommt auch der positive Effekt hinzu, dass bei einem teilgeräumten Dach bei guter Sonneneinstrahlung der Rest vom Schnee oft von alleine abrutscht. Pro Tag kann das dann bei meiner PV-Anlage 40 bis 50 kWh ausmachen, vor allem wenn im März und April die Tage schon wieder länger werden. Bei einer Vergütung von fast 50 Cent sind das also 20 bis 25 Euro pro Tag. Für eine halbe Stunde bis maximal eine Stunde Körperertüchtigung keine schlechte Entlohnung!

    Noch ein letzter Gedanke zu Anlagen, die erst jetzt ans Netz gehen: Bei einer Vergütung von 14 Cent pro kWh (und weniger) würde ich mir auch überlegen, ob ich noch zum Schneeabräumer greife. Irgendwann ist mal der Punkt erreicht, wo auch ich sagen würde: Das lohnt sich nicht mehr. Wer es aber nicht nur von der Renditeseite aus betrachtet, sondern das Schneeabräumen als alternative Fitnessbetätigung sieht kann auch dann dieser speziellen Bewegungstherapie etwas abgewinnen.

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    Dieser Artikel wurde erstellt von: Christian Märtel, Redakteur www.Photovoltaik-Web.de