Einfluss der Dachneigung und Ausrichtung auf den Ertrag

9. November 2020
Wann erzielt welche Anlagenkonfiguration hinsichtlich Dachneigung und Ausrichtung im Vergleich zu anderen Anlagen in der näheren Umgebung die besseren Erträge? Bitte ordnen Sie die richtigen Antworten zu! Zur Auswahl stehen die Zeiträume "Winter", "Sommer", "Vormittag" und "Nachmittag" sowie die Anlagenkonfigurationen "flache Dachneigung", "Anlage nach Osten ausgerichtet", "steile Dachneigung" sowie "Anlage nach Westen ausgerichtet".
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Christian Märtel, Redakteur www.Photovoltaik-Web.de
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Ergebnis

 
  • Winter: Steile Dachneigung
  • Sommer: Flache Dachneigung
  • Vormittag: Anlage nach Osten ausgerichtet
  • Nachmittag: Anlage nach Westen ausgerichtet

Photovoltaikmodule bringen die höchste Einspeiseleistung, wenn die Sonnenstrahlen senkrecht, also im 90 Grad Winkel auf die Moduloberfläche treffen. Demnach kommt man auf folgende Ergebnisse.

Vormittag
Die Sonne geht im Osten auf, also erreicht eine nach Osten gerichtete Anlage bereits am Vormittag die höchste Leistung. Je später der Tag, desto mehr verschattet sich die Anlage selber.

Nachmittag
Siehe Vormittag, hier ist die Westanlage klar im Vorteil. Pech für eine Westanlage ist, wenn im Sommer gegen nachmittag immer wieder Gewitter aufziehen. Hier ist eine Ostanlage klar im Vorteil. Im Herbst kann sich das aber wieder ins Gegenteil umkehren. Wenn sich dann der morgendliche Nebel hartnäckig hält, ist die beste Zeit der Ostanlage schon vorbei, bis sich die Sonne mal zeigt.

Sommer
Die Sonne steht sehr hoch am Firmament, fast senkrecht. Das bedeutet, dass hier Anlagen mit sehr flachen Aufstellwinkel ganz klar im Vorteil sind.

Winter
Die Sonne verläuft äußerst flach über dem Horizont. Eine Anlage, bei der die Module sehr steil montiert sind hat die Nase klar vorne.

Die Auswirkungen der Dachneigung in Zahlen

Eine nach Süden ausgerichtete PV-Anlage mit einer Dachneigung von 60 Grad, also mit einer sehr steilen Dachschräge speist im Süden Deutschlands im Januar im Durchschnitt ca. 46 kWh/kWp ein. Eine Anlage mit einer Dachschräge von 10 Grad (ebenfalls nach Süden ausgerichtet) kommt gerade mal auf 30 kWh/kWp.

Vergleicht man die Erträge dieser beiden Anlagen im Monat Juli, sieht das Ergebnis schon ganz anders aus: Hier beträgt die durchschnittliche Einspeiseleistung der 60 Grad-Anlage 103 kWh/kWp, die 10 Grad-Anlage kommt auf beachtliche 128 kWh/kWp.

Betrachtet man den gesamten Jahreszeitraum, so werden beiden Anlagen nicht den Spitzenplatz einnehmen können. Die optimale Dachneigung über das ganze Jahr gesehen liegt zwischen 30 und 40 Grad.

Wie verhält es sich bei Anlagen die nach Osten oder Westen ausgerichtet sind im Vergleich zu Anlagen, die optimal nach Süden zeigen? Generell gilt, je flacher die Dachneigung, desto geringer die Verluste bei nicht optimaler Dachausrichtung der Anlage. Beträgt die Dachneigung beispielsweise 20 Grad, so hat eine Abweichung um 60 Grad aus Süd lediglich Verluste von ca. 10% zur Folge. Beträgt die Dachneigung aber 60 Grad, so steigen die Verluste im Vergleich zu einer nach Süden ausgerichteten Anlage bereits auf 18%.

Die Auswirkungen der Ausrichtung sowie der Dachneigung auf den Ertrag können Sie sehr schön anhand der Tabelle im Kapitel Dachneigung nachvollziehen. Und hier geht's zurück zur Liste der Quizfragen.

Erfahrungen & Fragen zum Thema Dachneigung

Solaranlage bei Ost-West-Dach sinnvoll?

Mein Hausdach hat eine Ost-West Ausrichtung. Lohnt sich da eine Solaranlage? Außerdem läuft der Länge nach eine Stromleitung übers Dach, die stören könnte.
Antwort von Teck Solar E.k

Für die Nutzung PV-Anlage für Eigenbedarf finde ich Ost-West Dächer sogar besser, da man auf den ganzen Tag verteilt kontinuierlicherer Stromerzeugung hat. Es gibt keine Spitzen in der Mittagszeit, dafür aber Früh und Abend bessere Ausbeutung. Bezüglich Stromleitung: man kann die Erträge optimieren wenn man SolarEdge Wechselrichter und Optimierer einsetzt. In dem Fall arbeiten nur die Module schlechter die wirklich vom Schatten getroffen sind.

Solaranlage auf Ost-West-Dach sinnvoll?

Ist ein Ost- oder Westdach mittlerweile mit Solarenergie nutzbar? Wie lange ist die Nutzungsdauer von Solarenergieanlagen und was kostet eine Entsorgung ca. zur Zeit (damit man für die Zukunft hochrechnen kann)?
Antwort von Sonrisa Energietechnik UG

Ost- Westanlagen sind für den Eigenverbrauch perfekt, da sie eine deutlich bessere direkte Abdeckung des Stromverbrauchs im Haushalt garantieren.
Der erste Kaffee früh morgens kann durch das Ostdach schon solar gebraut werden und spät nachmittags läuft der Fernseher immer noch mit direktem
Solarstrom, ohne die teure Kilowattstunde aus dem Netz nötig zu haben... da liegt der Charme und auch der Gewinn. Mehr Unabhängigkeit kommt dazu.
Die Nutzungsdauer liegt mit Sicherheit über 30 Jahre, ich betreue einige Anlagen, die dieses Alter haben... Nichts zu erkennen, es gibt ja auch gar keine Verschleißteile, keine Abnutzung...
Entsorgungskosten entstehen im Normalfall keine. Die Demontagekosten sollten durch den "Schrottwert" der Metalle locker wieder rein kommen. Altmetalle sind gefragt, auch das Silizium der Module... mit Kusshand stehen die Altmetallhändler bereit.
Rundherum eine tolle Sache. ich mache das jetzt seit 1996 und habe über 1500 PV Anlagen errichtet.
Für Rückfragen steh ich gerne zur Verfügung,

PV Solarertrag & Dachausrichtung auf einem Flachdach

Ich habe eine Fläche von etwa 48m² zur Verfügung, Flachdach. Wie bekomme ich den besten Ertrag, Süd Aufstellung oder Ost-West. Wieviel vom Sommerertrag, sprich Juli, kann ich in Januar erwarten?
Antwort von Energie - Solar - Beratung Stephan Mücke

Um möglichst viel Leistung auf dem Dach zu realisieren und die Eigenstromversorgung zu erhöhen bietet sich eine flache Ost- / West - Aufstellung (Neigung ca. 10 bis 13 Grad)an. Wir bevorzugen dabei durchdringungsfreie aerodynamisch und mit Ballast befestigte Systeme. Bei sehr flach geneigten Dächern wie z.B. Carports ist auch eine Dachintegration mit speziellen Glas/Glas-Modulen möglich.
Als grobe Orientierung können Sie mit ca. 3 bis 5 Prozent des Jahresertrages in den Wintermonaten wie dem Januar rechnen (also bei z.B. 900 bis 1000 kWh je kWp ca. 25 bis 50 kWh, soweit die Anlage nicht komplett eingeschneit ist). Genaue Werte ermitteln wir für jede Anlage mit Simulationsrechnungen. Bezogen auf den Juliertrag ergibt sich ca. ein Viertel des Monatsertrages (durch geringere Sonnenscheindauer, geringere Intensität der Solarstrahlung und zeitweise Schneebedeckung).

Ein Beispiel unserer (stärker geneigten) eigenen Anlagen finden Sie unter http://esbmuecke.de/referenzen/photovoltaik-referenzen/

Mit sonnigen aus Dresden

Dipl.-Ing. (FH) Stephan Mücke
Energie - Solar - Beratung Stephan Mücke

Ertrag einer Dachfläche bei 57° Ost und West Ausrichtung

Wieviel kWh pro kWp kann ich von einer Dachfläche 57° Ost und West Ausrichtung rechnen?
Antwort von WiSol

Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Dabei spielt die Dachneigung und die Auswahl der Module, eine entscheidende Rolle.
Auch die Wahl des Wechselrichters und der Standort trägt zum Ertrag bei. Wieviele Sonnenstunden gibt es in der Region ? Bei einer Dacheigung von 42°, monokristallinen Modulen und einem guten Wechselrichter sind je nach Region 730-780 KWh pro KWp zu erwarten. Der Vorteil der Ausrichtung, der Strom lässt sich gut für den Eigenverbrauch verwenden.

Macht Photovoltaik für uns Sinn?

Wir haben ein Haus vom Typ eingeschossiger Bungalow. Die Dachfläche ca. 11 m x 530 m x Neigung ca. 30 Grad aus der Senkrechten. Die Dachausrichtung geht nach Westen. Eine Stromspeicherung wäre vorgesehen. Ist eine Anschaffung hier grundsätzlich sinnvoll?
Antwort von Christel Hobbs Priental EnergieSysteme

Wieviel Sinn es macht, kann ziemlich genau kalkuliert werden. Ein Speicher macht immer dort Sinn, wo der Strom vom Dach nicht um die Mittagszeit, bei Ihnen am frühen Nachmittag, abgenommen werden kann. Mit besten Grüßen!

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