Einfluss der Dachneigung und Ausrichtung auf den Ertrag

Wann erzielt welche Anlagenkonfiguration hinsichtlich Dachneigung und Ausrichtung im Vergleich zu anderen Anlagen in der näheren Umgebung die besseren Erträge? Bitte ordnen Sie die richtigen Antworten zu! Zur Auswahl stehen die Zeiträume "Winter", "Sommer", "Vormittag" und "Nachmittag" sowie die Anlagenkonfigurationen "flache Dachneigung", "Anlage nach Osten ausgerichtet", "steile Dachneigung" sowie "Anlage nach Westen ausgerichtet".
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Photovoltaik-Web.de verfasst.

Ergebnis

 
  • Winter: Steile Dachneigung
  • Sommer: Flache Dachneigung
  • Vormittag: Anlage nach Osten ausgerichtet
  • Nachmittag: Anlage nach Westen ausgerichtet

Photovoltaikmodule bringen die höchste Einspeiseleistung, wenn die Sonnenstrahlen senkrecht, also im 90 Grad Winkel auf die Moduloberfläche treffen. Demnach kommt man auf folgende Ergebnisse.

Vormittag
Die Sonne geht im Osten auf, also erreicht eine nach Osten gerichtete Anlage bereits am Vormittag die höchste Leistung. Je später der Tag, desto mehr verschattet sich die Anlage selber.

Nachmittag
Siehe Vormittag, hier ist die Westanlage klar im Vorteil. Pech für eine Westanlage ist, wenn im Sommer gegen nachmittag immer wieder Gewitter aufziehen. Hier ist eine Ostanlage klar im Vorteil. Im Herbst kann sich das aber wieder ins Gegenteil umkehren. Wenn sich dann der morgendliche Nebel hartnäckig hält, ist die beste Zeit der Ostanlage schon vorbei, bis sich die Sonne mal zeigt.

Sommer
Die Sonne steht sehr hoch am Firmament, fast senkrecht. Das bedeutet, dass hier Anlagen mit sehr flachen Aufstellwinkel ganz klar im Vorteil sind.

Winter
Die Sonne verläuft äußerst flach über dem Horizont. Eine Anlage, bei der die Module sehr steil montiert sind hat die Nase klar vorne.

Die Auswirkungen der Dachneigung in Zahlen

Eine nach Süden ausgerichtete PV-Anlage mit einer Dachneigung von 60 Grad, also mit einer sehr steilen Dachschräge speist im Süden Deutschlands im Januar im Durchschnitt ca. 46 kWh/kWp ein. Eine Anlage mit einer Dachschräge von 10 Grad (ebenfalls nach Süden ausgerichtet) kommt gerade mal auf 30 kWh/kWp.

Vergleicht man die Erträge dieser beiden Anlagen im Monat Juli, sieht das Ergebnis schon ganz anders aus: Hier beträgt die durchschnittliche Einspeiseleistung der 60 Grad-Anlage 103 kWh/kWp, die 10 Grad-Anlage kommt auf beachtliche 128 kWh/kWp.

Betrachtet man den gesamten Jahreszeitraum, so werden beiden Anlagen nicht den Spitzenplatz einnehmen können. Die optimale Dachneigung über das ganze Jahr gesehen liegt zwischen 30 und 40 Grad.

Wie verhält es sich bei Anlagen die nach Osten oder Westen ausgerichtet sind im Vergleich zu Anlagen, die optimal nach Süden zeigen? Generell gilt, je flacher die Dachneigung, desto geringer die Verluste bei nicht optimaler Dachausrichtung der Anlage. Beträgt die Dachneigung beispielsweise 20 Grad, so hat eine Abweichung um 60 Grad aus Süd lediglich Verluste von ca. 10% zur Folge. Beträgt die Dachneigung aber 60 Grad, so steigen die Verluste im Vergleich zu einer nach Süden ausgerichteten Anlage bereits auf 18%.

Die Auswirkungen der Ausrichtung sowie der Dachneigung auf den Ertrag können Sie sehr schön anhand der Tabelle im Kapitel Dachneigung nachvollziehen. Und hier geht's zurück zur Liste der Quizfragen.

Erfahrungen & Fragen zum Thema Dachneigung

Wird ein Grundofen im Primärenergiebedarf mit eingerechnet?

Können Sie mir sagen, ob ein Grundofen im Primärenergiebedarf mit eingerechnet wird? Wir planen zwei Vollgeschosse ohne Keller, Massiv mit Planziegel T9 in 36,5cm Stärke. Ausrichtung ist SW, d.h. es sind 10 von insgesamt 14 Fenster nach Süden und Westen ausgerichtet. Am liebsten wäre mir eine Gasheizung mit Solarthermie für Warmwasser und der Grundofen ohne Wassertasche für die winterliche Gemütlichkeit. Sollte das überhaupt nicht funktionieren (ohne Solar für Heizung und ohne Lüftungsanlage), könnte/ müsste ich mich mit einer Luftwärmepumpe anfreunden.
Antwort von Energieberatung Stapff

Viele gute Antworten, aber leider liegen einige KollegenInnen etwas daneben.

Wenn für das gleiche Wohngeschoss eine weitere Zentralheizung vorhanden ist, darf der handbeschickte Ofen nicht EnEV-angerechnet werden. Ist der Ofen aber Hauptheizung (Zentralheizung) für dieses Wohngeschoss, ist er natürlich anrechenbar. Es war nie verboten (auch von der EnEV nicht), als Heizung Einzelöfen für Biomasse einzusetzen.

Grundsätzlich ist ein Grundofen zu empfehlen, wenn Sie im Dauerbetrieb heizen können. Abends schnell mal einheizen geht damit nicht, da braucht es einen Kaminofen ohne Speichermasse.
Ein wasserführender Grundofen kann nicht sicher funktionieren, deshalb bietet der seriöse Fachhandel auch keinen an.

Gastherme und Solar für WW ist nach wie vor die preiswerteste Heizenergielösung. Ein bisschen mehr Dämmung dazu, dann ist der nachweis Erneuerbare Energie geführt. Ich kenne kein Bauamt, das nach diesem Nachweis fragt.
Bauherren fragen meist nach pragmatischen Lösungen, nicht nach realitätsfremden Vorschriften.

Winterliche Grüße
www.energie-wuerzburg.de

Kann ich zwei Strings mit verschiedener Anzahl von Modulen und unterschiedlicher Dachausrichtung an einen Wechselrichter anschließen?

Kann ich zwei Strings mit verschiedener Anzahl von Modulen und unterschiedlicher Dachausrichtung (einmal Süd und einmal Ost) an einen Wechselrichter, kein Multiwechselrichter anschließen?
Antwort von MICO-Energieberatung

Wenn Sie einen Wechselrichter mit zwei MPP-Trackern haben, ist das kein Problem.
Der Maximum Power Point (MPP) eines Solarmoduls beziehungsweise eines Strings ist der Punkt der Strom-Spannungs-Kennlinie, an dem das Solarmodul die höchste Leistung erbringt. Der MPP-Tracker hat nun die Aufgabe, den Maximum Power Point zu ermitteln, da dieser von der Sonneneinstrahlung, der Temperatur und individuellen Moduleigenschaften abhängig ist und sich somit ständig ändert.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen damit helfen, sonst melden Sie sich einfach.

KfW55-Neubau mit Abluftwärmepumpe NIBE F730 sinnvoll?

Ein KfW55-Neubau soll mit der Abluftwärmepumpe NIBE F730 für Heizung und Warmwasser ausgestattet werden. (140 qm Wohnfläche; 3 Personen, Hamburg, Dachneigung 18 Grad). Ist die sinnvoll technisch, wirtschaftlich, ökologisch? Alternativen?
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Warum soll das nicht sinnvoll sein wenn Sie gesund leben möchten und der Umwelt etwas gutes tun möchten?

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