Photovoltaikanlagen vergleichen anhand erzeugter kWh pro kWp

Wie können die erwirtschafteten Erträge von verschieden großen Photovoltaikanlagen miteinander verglichen werden? Wie kann ein Anlagenvergleich durchgeführt werden? Dazu ein kleines Berechnungsbeispiel: Vier PV-Anlagen in unmittelbarer Nachbarschaft mit identischer Ausrichtung und Dachneigung, aber unterschiedlicher Anlagengröße haben während eines Jahres folgende Anzahl an kWh eingespeist. Sortieren Sie die Anlagen nach ihrer Effizienz, die beste Anlage auf Platz 1 bis zur schlechtesten Anlage auf Platz 4.
  • Anlage 1:
    Anlagengröße: 5,7 kWp
    eingespeist: 5.550 KWh
  •  
  • Anlage 2:
    Anlagengröße: 12,5 kWp
    eingespeist: 13.750 KWh
  •  
  • Anlage 3:
    Anlagengröße: 29,85 kWp
    eingespeist: 26.402 kWh
  •  
  • Anlage 4:
    Anlagengröße: 135 kWp
    eingespeist: 122.400 kWh
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Photovoltaik-Web.de verfasst.

Ergebnis:

  • Anlage 1 - Platz 2
  • Anlage 2 - Platz 1
  • Anlage 3 - Platz 4
  • Anlage 4 - Platz 3

Hier die Beispielrechnung zu den einzelnen Anlagen:

  • Anlage 1:
    5.550 kWh / 5,7 kWp = 973,7 kWh/kWp
  • Anlage 2:
    13.750 kWh / 12,5 kWp = 1.100 kWh/kWp
  • Anlage 3:
    26.402 kWh / 29,85 kWp = 884,5 kWh/kWp
  • Anlage 4:
    122.400 kWh / 135 kWp = 906,7 kWh / kWp

Wie Sie auf verschiedene Art und Weise PV-Anlagen miteinander vergleichen können, woher Sie die Daten bekommen und welche Websites es zu dem Thema gibt erfahren Sie in dem Artikel zur Ertragsberechnung.

Photovoltaikanlagen vergleichen mittels kWh/kWp

Noch ein kurzer Exkurs zu der Einheit kWh / kWp (Kilowattstunden pro Kilowattpeak), der bei Neueinsteigern in der Photovoltaikmaterie immer wieder auf Unverständnis stößt.

Was bedeutet kWp? Damit wird die Leistung der Photovoltaikanlage unter Standard-Test-Bedingungen bezeichnet. Das p steht für peak (englisch = Spitze) und ist sehr irreführend. Denn der kWp-Wert einer Anlage kann durchaus überschritten werden, wenn die Bedingungen besser als die Standard-Test-Bedingungen sind, beispielsweise wenn die Umgebungstemperatur bei wolkenlosem Himmel sehr niedrig ist. Der kWp-Wert einer PV-Anlage ist also nichts weiter als der aufsummierte Nennleistungswert aller installierten Module. Haben Sie fünfzig 200-Watt Module installiert, hat Ihre Anlage eine kWp-Leistung von 50 x 200 W = 10.000 Watt oder 10 kWp.

Nehmen wir an ihr Nachbar hat eine Anlage mit einer Nennleistung von 20 kWp und Sie selber eine Anlage mit den eben erwähnten 10 kWp. Wie können Sie diese beiden Photovoltaikanlagen vergleichen, besonders hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit? Jetzt kommt der entscheidende Punkt: Indem Sie die eingespeisten Kilowattstunden nicht für die gesamte Anlage angeben, sondern nur für den Teil eines einzigen installierten kWp. Wenn Sie das machen und ihr Nachbar macht das genauso, so haben sie beide Werte, die sie ohne weiteres vergleichen können. Die Anlage, die mehr kWh pro Zeiteinheit, also Tag, Monat oder Jahr und pro kWp eingespeist hat, läuft besser. Auf diese Weise können alle installierten Anlagen miteinander verglichen werden, selbst eine 2 kWp-Anlage mit einer 500-kWp-Anlage.

Immer wieder spreche ich mit Anlagenbetreibern, die mir ihre eingespeisten kWh an den Kopf werfen. Ich muss dann jedesmal sagen, dass mir dieser Wert überhaupt nichts sagt, solange ich die Nennleistung der Anlage nicht kenne. Wenn Sie also mit jemanden über Ihre tollen Ergebnisse Ihrer Anlage sprechen wollen, rechnen Sie immer den kWh / kWp-Wert aus, dann kommt bei einem Tageswert von über 7,0 kWh / kWp automatisch ein anerkennendes Wort. Aus allen diesen Gründen finden Sie auch in jeder Ertragsdatenbank den allerwichtigsten Wert: kWh / kWp.

Noch ein Nachtrag: Die Nennleistung Ihrer Anlage kann natürlich höher als die Summe aller Nennleistungen der Module sein. Wenn Sie in die Flashliste (falls Sie eine bekommen haben) Ihrer montierten Module schauen, kann es durchaus sein, dass alle Module eine höhere Leistung aufweisen, als im Modulblatt als Nennleistung angegeben ist. Somit könnte beispielsweise die tatsächliche Leistung einer 20 kWp-Anlage um 2% höher liegen, nämlich bei 20,4 kWp. Wenn Sie diese Mehrleistung beim Vergleich von Anlagen nicht berücksichtigen, erhalten Sie automatisch höhere kWh / kWp-Werte. So können sich manchmal auch extrem gut laufende Anlagen in Ertragsdatenbanken erklären.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Anlagenvergleich

Finanzielle Abgabe auf Solarstrom?

Ich habe eine PV-Anlage von 4,9 kWp installieren lassen, die noch im Januar in Betrieb genommen wird. Ich habe auf solarcontact gelesen "Auf selbst verbrauchten Solarstrom wird ab sofort eine finanzielle Abgabe erhoben. Ausgenommen von dieser Regelung sind Neuanlagen bis 10 kWp Nennleistung." Was ist mit "finanzielle Abgabe" gemeint? Denn vom Finanzamt habe ich die Auskunft erhalten, ich müsse 0,24 Euro pro kWh Eigenverbrauch versteuern. Für eine kurze Rückantwort wäre ich dankbar.
Antwort von Photovoltaikanlagen Weitershaus GmbH

Anlagen größer 10 kwp müssen auf den Eigenverbrauch eine verminderte EEG Umlage bezahlen. Ca. 2,5 Ct je selbstverbrauchter KWh.

Monokristalline versus polykristalline Module bei verschiedenen Einstrahlungen

Stimmt es, dass aktuelle monokristalline Zellen Ihre höhere Effizienz nur bei direkter Einstrahlung erreichen? Somit wären, bei nicht optimaler Dach Ausrichtung polykristalline Zellen effektiver ?
Antwort von Bäder Solar GbR

Monokristalline Produkte einiger Premiummodulhersteller überzeugen gerade im Schwachlichtbereich und erreichen dort mehr Leistung als polykristalline Produkte. Das hat bei einigen dieser Hersteller z.B. Panasonic (Hybridmodul; monokristalline Zelle und amorphe Deckschicht)dann auch seinen Preis.

Planung und Kauf einer Photovoltaikanlage für Pultdach

Ich plane den Kauf einer Photovoltaikanlage auf unser Haus in Menden. Das Pultdach ist westlich ausgerichtet (250 Grad aus Norden gemessen), hat eine Dachneigung von 8 Grad und keinen Schatten. (Bitumendach) Frage 1: Anbieter rechnen mit einem Stromerzeugung von 790 bis 890 kWh/kWp. Wie berechnet man das genau. ? Frage 2: Anbieter möchten die Anlage flach auf dem Dach montieren. Wir wohnen quasi am Waldrand. Durch den geringe Dachneigung befürchte ich einen verstärkten "schmutzwirkung" zum Nachteil der Erzeugung. Können Sie hier etwas über sagen? Was spricht gegen eine aufrechte Installation? Frage 3. Unser Dach ist cira 120 m2 groß (8,5x15 m). Aus optischen Grunden möchten wir das ganze Dach mit den identischen Solarmodellen bedecken. Die Solaranlage würde dann aber viel zu groß werden. Gibt es Module, die gleich aussehen, aber keine Solarmodulfunktion haben? Sozusagen Dummys ?
Antwort von Wohnen mit Energie

Guten Tag,
1. wir haben einige Anlagen in dieser und ähnlicher Konstellation installiert und in der Überwachung. Wir können Ihnen gerne echte Ertragsdaten mit verschiedenen Modulen nennen und die aktuell optimale Lösung besprechen.
2. auch können Sie aufrechte Module im Ertrag mit flachen vergleichen
3. Dummies ohne Energieerzeugung sind letztendlich teuerer als Module

Mit freundlichen Grüßen
Martin Rausch

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