Eigenverbrauchs-Werte einer beispielhaften 9kWp PV-Anlage

22. April 2021
Bei so viel Theorie zu dem Thema Eigenverbrauch sind reale Zahlen doch sehr viel leichter zu verdauen. Kai Fischer hat auf seiner Homepage sehr anschaulich den Eigenverbrauch seiner Anlage dokumentiert.
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Photovoltaik-Web.de verfasst.
PhotovoltaikEigenen Strom produzierenPraxisbeispiel für Eigenverbrauch

Auf seiner Website links im Menü kommt man über den Button PV-Eigenverbrauch zu den Auswertungen. Selbst die Fachzeitschrift Photon ist auf die Anlage aufmerksam geworden und hat sie in der Ausgabe vom April 2011 als Leseranlage vorgestellt. In dem Artikel wird sehr ausführlich der Werdegang der Anlage mit allen Hürden die es zu meistern gab sowie die Anordnung der Zähler beschrieben.

13% Eigenverbrauch

Er prognostizierte übrigens für sein Einfamilienhaus für das Jahr 2010 einen Gesamtstromverbrauch von 2.871 kWh. Davon bezog er 1.664 kWh normal über seinen Stromversorger, den Rest von 1.207 kWh speist er mit seiner 9,43 kWp-Anlage über den Eigenverbrauch ein.

Jetzt kommt der Knackpunkt: Hinter diesen Werten ermittelt er einen Anteil von 42% Eigenverbrauchsanteil am Gesamtstromverbrauch. Jetzt könnte man irrtümlicherweise davon ausgehen, dass es sich hierbei um den Eigenverbrauchsanteil handelt. Diesen laut EEG relevanten Eigenverbrauchsanteil berechnet er in der zweiten Zeile. Der tatsächliche Eigenverbrauchsanteil beträgt somit lediglich 13,3%.

Überlegungen, um 30% Eigenverbrauch zu erreichen

Wie man sieht, wäre die 30%-Hürde noch in extrem weiter Ferne. In diesem Beispiel zwar uninteressant, da die Anlage bereits 2009 installiert wurde und somit die 30%-Regelung nicht zur Anwendung kommt. Kai Fischer kommt dann aber völlig korrekt zu der Schlußfolgerung, dass zum Erreichen der "magischen" 30%-Grenze die Anlage wesentlich kleiner ausfallen müsste, nämlich ca. 3 kWp. Selbst dann würde sich die erhöhte Eigenverbrauchsvergütung nicht bemerkbar machen, da diese ja erst anteilig ab 30% gezahlt wird. Was lernt man also daraus?

  • Je geringer die Anlagengröße im Verhältnis zum Stromverbrauch, desto eher kann die 30%-Schwelle überschritten werden
  •  
  • Je geringer der eigene Stromverbrauch (und der ist in diesem Beispiel meiner Meinung nach sehr gering für ein Einfamilienhaus), desto schwieriger ist es, über die 30% zu kommen
  •  
  • Ohne weitere Investitionen in Speichermedien oder einer extremen Umstellung der Verbrauchsgewohnheiten oder Einsatz von Zeitschaltuhren etc. ist es bei dieser Anlagenkonstellation kaum möglich, die 30%-Schwelle zu erreichen, geschweige denn soweit zu überschreiten, dass sich der erhöhte Eigenverbrauchssatz merklich auswirkt.

Weiterlesen zum Thema "Lohnt sich ein Stromspeicher?"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Beispielanlage

Solaranlage nur für Eigenverbrauch installieren

Können wir eine Photovoltaikanlage installieren (für ca 13KWp), die ausschließlich für den Eigenbedarf Strom erzeugt? Wir haben eine Heizung, die viel Strom verbraucht, dazu der gewöhnliche Hausstrom im Eigenheim und ein Elektroauto. Müssen wir dann eine Gewerbe anmelden wenn wir keine Netzanspeisung betreiben würden? Vielen Dank für Ihre Hilfe!
Antwort von EEG AUTARK GmbH

Ja, das ist möglich. Wir können ihren kompletten Strom zu 100% speichern und Ihre Heizung, sowie ihr Elektroauto mit diesem versorgen. Hierbei gibt es enorme Fördermittel, welche wir zusätzlich für Sie beantragen. Gewerbe müssen Sie mit unserem System nicht anmelden. Und Einspeisen lohnt sich nicht, da Sie 12 Cent erhalten und wieder zukaufen müssen für 25 Cent.

Erweiterung Photovoltaikanlage: weiterer Zähler, EEG-Umlage, Eigenverbrauch

Ich habe eine in 2011 in Betrieb genommene PV-Anlage mit 3,92 kWp und erhalte für den Eigenverbrauch 12,36 bzw. 16,74 Ct/kWh. Ich möchte die Anlage im Laufe des Jahres 2018 erweitern um etwa 8,0 kWp. 1) Muss zur Erfassung der Stromerzeugung der Erweiterung ein weiterer Zähler installiert werden? 2) Welche Vergütung erhalte ich nach Anmeldung der Erweiterung für den Eigenverbrauch? 3) Wird auf den Eigenverbrauch voll oder 40% EEG-Umlage fällig? Falls ja, für den gesamte Eigenverbrach oder nur oberhalb 10 MWh pro Jahr?
Antwort von volta sole GmbH

1) prinzipiell nicht unbedingt - im Einzelfall muß das mit Ihrem EVU geklärt werden.
2) es gibt keine Vergütung für Eigenverbrauch mehr
3) Sie bleiben mit der in 2018 installierten Anlage unter 10 kWp - das ist per Gesetzesdefinition keine Erweiterung sondern eine neue Anlage < 10 kWp, deshalb keine EEG-Umlage (bei < 10.000 kWh Eigenverbrauch pro Jahr und kein Erzeugungszähler. Die Abgrenzung zur Bestandsanlage muß mit dem EVU geklärt werden (siehe 1)

PV-Anlage selber installieren

Besteht die Möglichkeit eine PV-Anlage der Größe 1 bis 2 KW selbst bei einem Anbieter zu kaufen und selber auf meinem Hausdach zu installieren? Wie muss die Anlage angemeldet werden und muss die Anlage durch eine Fachkraft abgenommen werden? Oder kann die Anlage auch ohne Anmeldung betrieben werden (da sehr geringe Leistung zum Eigenverbrauch)?
Antwort von Thomas Beul Synertec

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit eine PV-Anlage selbst zu montieren. Vorrausetzung ist neben dem handwerklichen Geschick und keine Angst vor Höhe auch eine Absicherung durch ein Gerüst, welches auch die Arbeit erleichtert. Trotzdem sollte ein Fachmann Sie unterstützen bei den einzelnen Arbeitsschritte, somit ist eine sichere Montage gewährleistet und Montagefehler ausgeschlossen. Für den Stranganschluß wird spezielles Montagewerkzeug benötigt um die Steckverbinder sicher zu vercrimpen. Unsere Fachpartner können Sie bei der Montage unterstützen.

Die wechselstromseitige Einbindung der PV-Anlage muß durch einen Elektromeister erfolgen, er kümmert sich auch um die Anmeldung beim Netzbetreiber, ebenso bei der Abnahme durch den Netzbetreiber.

Eine Anlage ohne Anmeldung zu betreiben würde ich nicht empfehlen. Wollen Sie keinen Überschußstrom einspeisen muß zumindest ein neuer Zähler mit Rücklaufsperre eingebaut werden.
Bedenken Sie dabei, das der Überschußstrom dann kostenlos ins Netz des Netzbetreibers eingespeist wird. Das wird durchaus auch bei einer kleineren Anlage passieren.

Es gibt aber durchaus die Möglichkeit eine PV-Anlage ohne oder teilweise ohne Finanzamt zu betreiben. Hier können wir Ihnen beim Kauf einer Anlage weiterhelfen. Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne telefonisch zur Verfügung.

Mit sonnigen Grüßen.
snertec

Eigene Frage stellen

Sie haben eine Frage?

HausCo Logo
Solarteure und Experten beantworten kostenlos Ihre Fragen zum Thema Photovoltaik
Jetzt Frage stellen