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    Die Mini-Photovoltaikanlage für Balkon und Steckdose

    Die Technologie gibt es zwar schon seit vielen Jahren, aber mit steigenden Strompreisen werden sie immer interessanter: Plug & Save - oder auch Plug & Play Module, die man einfach nur an der Steckdose anschließen muss und sofort Strom sparen kann. Informieren Sie sich hier über die Technologie und die Möglichkeiten, die diese Module bieten. Aber lesen Sie auch die kritischen Anmerkungen zum Einsatz der auch als Guerilla-Module bezeichneten Solarpanels.
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    Die Plug & Save Module (auf Deutsch soviel wie "Anschließen und Sparen) sind für den Einsatz im privaten Bereich wie Wohnungen oder Einfamilienhäusern vorgesehen. Dabei wird besonderer Wert auf einfache Installation gelegt und vor allem damit geworben, dass keinerlei Anmeldung beim Netzbetreiber notwendig ist, da der gesamte Strom direkt im Haushalt verbraucht wird. Für die Module gibt es unterschiedliche Befestigungssysteme. Möglich ist die Montage am Balkongeländer, im Garten, auf der Terrasse, an der Fassade, an Mauerbrüstungen oder auf dem Dach.

    Plug & Play bzw. Plug & Save Module besitzen einen in das Modul eingebauten Mikro-Wechselrichter und können mit Hilfe eines Steckers einfach an eine im Haushalt vorhandene Steckdose eingesteckt werden. Der durch die Module generierte Solarstrom wird sofort für angeschlossene Verbraucher im Haushalt verwendet und der Stromzähler läuft dadurch langsamer. Die Stromrechnung reduziert sich dementsprechend.

    Neuerdings gibt es die Module auch mit integrierten Lithium-Ionen Batterien als Speichermedium. Dann kann Solarstrom, der momentan nicht benötigt wird zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden, sogar wenn die Sonne nicht mehr scheint. Die Module können auch miteinander kombiniert werden und somit höhere Leistungen realisiert werden.

    Als Beispiel sei ein Monokristallines Modul mit integriertem Akkuspeicher aufgeführt:

    • Abmessungen: 1580mm x 808mm x 60 mm
    • Pmax: 195W
    • Wechselrichter: 95,2% Wirkungsgrad
    • Speicher: Lithium-Ionen-Batterien 8x3,2V/15A - Ladung: 430Wh - Entladung 250Wh

    Kosten und Nutzen der Plug & Play Module

    Im Vordergrund steht nicht die Rentabilität, sondern der vermehrte Wille der Bürger Strom zu sparen bzw. diesen selbst zu erzeugen und so ein wenig Unabhängigkeit vom Stromversorger zu erlangen. Der Reiz dieser Plug & Play oder Plug & Save Module liegt ganz eindeutig in der einfachen Handhabung. Einfach den Stecker in die Steckdose und schon kann eigen erzeugter Strom verbraucht werden. Keine Behördengänge, keine Schriftverkehr mit dem Netzbetreiber (wobei das in Frage zu stellen ist, siehe weiter unten), kein Elektrofachmann notwendig und auch das leidige Thema Finanzamt kommt nicht auf.

    Bei einem normalen 4-Personenhaushalt kann man bei einem 195W-Modul etwa 50 € im Jahr an Stromkosten einsparen. Das ist natürlich stark von den Verbrauchsgewohnheiten, der Grundlast im Haushalt und den Aufstellbedingungen des Moduls abhängig. Somit hat man die Kosten nach etwa 10 bis 12 Jahren unter Berücksichtigung von Strompreiserhöhungen wieder drin. Aber wie gesagt steht die Rendite meist nicht im Vordergrund. Eine beispielhafte Rechnung:

    • 1 Modul 195W mit Befestigungssystem ohne Speicher: ca. 570 €
    • 1 Modul 195W mit Befestigungssystem inklusive Speicher: ca. 800 €
    • Kombiset 4 Module mit jeweils 195W, davon 2 mit Speicher: ca. 2.500 €
    • Zusätzlicher Vorverdrahteter NA-Schutz (Modulanschluss nicht über Steckdose): ca. 375 €
    • zusätzliche Verteilerbox für 3-phasigen Anschluss plus Kabel: ca. 130 €
    • Zähleraustausch (siehe unten)

    Kritische Anmerkungen

    Plug & Play Module sind eine feine Sache, es gibt jedoch auch Punkte, die bei einer Anschaffung, dem Anschluss und dem Betrieb zu beachten sind:

    • Ein Modul kann über die Steckdose nur auf einer Phase Strom liefern
      Das bedeutet, dass wenn sie auf der Phase, auf die das Modul einspeist momentan keine Verbraucher angeschlossen haben auch dieser Strom nicht verwendet werden kann. Abhilfe schaffen da nur das Anschließen mehrerer Module an unterschiedlichen Phasen oder der feste Anschluss der Module und das Anbringen einer Verteilerbox.
    • Was passiert mit überschüssig produziertem Strom? Das ist mit der Hauptknackpunkt. Sie haben mehrere Module an Steckdosen angeschlossen und keinen Verbraucher, der den Strom abnimmt. Was passiert? Der Strom wird ins Netz gedrückt. Wenn Sie jetzt keinen Zähler mit Rücklaufsperre haben, läuft dieser rückwärts. Das ist auf jeden Fall nicht zulässig und könnte zu erheblichen Problemen führen.
    • Selbst wenn ein Zähler mit Rücklaufsperre montiert ist handelt es sich dann um eine Netzeinspeisung. Diese ist nur zulässig, wenn diese angemeldet ist und die Regelungen des EEG eingehalten werden. Dazu gehören dann beispielsweise die 70%-Regelung oder das Einspeisemanagement. Die Clearingstelle EEG hat zu dieser Problematik einen Hinweis herausgegeben.
    • In den Prospekten der Anbieter wird immer verbreitet, dass eine Genehmigung nicht erforderlich ist. Einige haben bereits einen Rückzieher gemacht und im kleingedruckten entsprechende Hinweise gegeben. Wie z.B.

      - "der Kunde ist für die Prüfung von Statik und Befestigung, sowie für Berücksichtigung von eventuell vorhandenen Blitzschutzeinrichtungen verantwortlich"

      - "ggfs. länderspezifische Vorschriften beachten"

      - "Photovoltaisch betriebene, unterbrechungsfreie Stromversorgung für den dauerhaften Netzparallelbetrieb zur Verbesserung der Netzqualität mit handmechanisch betätigter Leistungsschutztrennfunktion"
    • Die Firma Minijoule vertreibt schon seit einiger Zeit Plug & Play bzw. Plug & Save Module. Hier wird klar unterschieden zwischen den Niederlanden und Deutschland. Während es in Holland erlaubt ist, die Module an die Steckdose anzuschließen, sieht der Anschlussplan für Deutschland schon komplizierter aus. Ein Anschluss der Module an die Steckdose ist hier nicht vorgesehen. Hier mal der Link zu der Aufbauskizze

    Fazit

    Eigentlich eine tolle Sache, bei der jeder Bürger seinen Beitrag zu erneuerbaren Energien leisten könnte. Auch die Kosten sind im verträglichen Rahmen. Auch eine PV-Anlage benötigt im Normalfall mehr als 10 Jahre um sich zu amortisieren. Wenn..., ja wenn da nicht die angesprochenen gesetzlichen Hürden wären. Hier muss jeder selbst wissen, ob er die möglichen Risiken eingeht oder nicht.

    Es ist schon fraglich, ob sich ein Netzbetreiber wegen ein oder zwei Modulen, die in die Steckdose für den Eigenverbrauch gesteckt werden überhaupt regt. Sollte aber der Boom so weitergehen wie es den Anschein hat, könnte es doch sein, dass der eine oder andere sich auf den Schlips getreten fühlt und aktiv wird. Zuletzt sei noch auf die Einhaltung aller technischen Normen etc. hingewiesen. So lange nichts passiert wird es ruhig bleiben. Falls aber mal etwas abfackelt könnte es sehr unangenehm für den Betreiber werden.

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    Dieser Artikel wurde erstellt von: Christian Märtel, Redakteur www.Photovoltaik-Web.de