Wie weit kann man sich autark mit Solarstrom versorgen?

7. Oktober 2020
Autarkie bedeutet, dass alles, was ver- oder gebraucht wird aus eigenen Ressourcen selbst erzeugt oder hergestellt wird. Wenn von Autarkie in Verbindung mit Stromverbrauch die Rede ist, sind wir schon beim richtigen Thema: Der im Haushalt benötigte Strom soll soweit wie nur möglich selbst erzeugt werden. Um sich also unabhängig von den großen Stromerzeugern zu machen liegt es auf der Hand, den Strom mit einer eigenen Solaranlage zu erzeugen und auch gleich zu verbrauchen. Der Drang zur Unabhängigkeit wird immer größer, je mehr der Strompreis in die Höhe steigt.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Christian Märtel, Redakteur www.Photovoltaik-Web.de
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Mit sinkenden Einspeisevergütungen und dem Wegfall der Vergütung für Eigenverbrauch geht die Tendenz bei Interessenten von Photovoltaikanlagen immer mehr in Richtung Eigenverbrauch. Das ist auch logisch, denn der Strompreis ist inzwischen weitaus höher als die Einspeisevergütung. Auch der Gesetzgeber forciert zusätzlich den Eigenverbrauch, indem beispielsweise der erzeugte Solarstrom bei Anlagen mit einer installierten Leistung über 10 kWp nur bis maximal 90% vergütet wird, wenn er ins Netz eingespeist wird.

Der Autarkiegrad

Der Autarkiegrad zeigt auf, zu welchem Anteil sich ein Haushalt selbst mit Strom aus der eigenen Solarstromanlage versorgen kann. Ein Autarkiegrad von 100% würde also bedeuten, dass sich ein Haushalt vollkommen vom Netzbetreiber abkoppeln könnte um sich selber mit Strom zu versorgen. Berechnet wird der Autarkiegrad folgendermaßen:

Autarkiegrad [%] = eigenverbrauchter Solarstrom / Gesamtstromverbrauch

Mit einer Photovoltaikanlage mit einer installierten Leistung von 5 kWp bis 20 kWp und einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh kommt man auf Autarkiegrade von 50% bis 60%. Wird ein Speichersystem mit eingebunden, erhöht sich der Autarkiegrad bei nutzbaren Speichergrößen ab 3 kWh und bei identischer Solarleistung und identischem Jahresstromverbrauch auf 75% bis fast 100%.

Da Speichersysteme ab 1. Mai 2013 gefördert werden, ist die Anschaffung eines solchen Akkuspeichers mehr als überlegenswert. Denn eins ist sicher: Die Einspeisevergütung wird ab Inbetriebnahme zwar 20 Jahre lang fest vergütet, der Strompreis wird aber weiter steigen und damit den Eigenverbrauch immer erstrebenswerter und lukrativer machen.

Möglicher Autarkiegrad eines 4-Personen-Haushalt

Hier ein Beispiel für die Berechnung des Autarkiegrades für einen typischen 4-Familien-Haushalt. Den Jahresstromverbrauch habe ich mit 4.000 kWh pro Jahr festgelegt und den Wirkungsgrad des Speichersystems mit 95%.

Autarkiegrad PV mit Speichersystem

 

Ein Autarkiegrad von 100% wird in der Realität mit dieser Konfiguration nur schwer erzielbar sein. Bei der Berechnung wird eine gleichmäßige Solarstromerzeugung vorausgesetzt. In der Realität sieht das leider anders aus. Wenn im Winter mehrere Tage hintereinander durch schlechtes Wetter oder Schnee auf den Modulen kein Solarstrom erzeugt wird und die Akkus füllen kann, muss trotzdem noch auf Netzstrom zurückgegriffen werden.

Wenn Sie die Anschaffung eines Solarstromspeichers planen für eine möglichst autarke Stromversorgung, lassen Sie sich in jedem Fall von einem Fachmann beraten, welche Kombination aus PV-Anlage und Speicherkapazität für Ihre Anforderungen am besten geeignet ist.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Autarkie

Umsatzsteuer für eigenen Solarstrom?

Ich habe eine Photovoltaikranlage und darf 70% der Stromerzeugung in das Netz der Stadtwerke einspeisen. Bei guten Wetterbedingungen geht die Anlage aber über 70% und der zusätzliche Strom kann sofort ohne Einspeisung genutzt werden. Das FA Magdeburg hat mir Umsatzsteuer für meinen sofort selbst genutzten Strom in Rechnung gestellt, da keine Meßeinheit für diesen Strom vorhanden ist wurde der Betrag geschätzt. Nun die Frage: Wieso soll ich Umsatzsteuer für meinen selbst erzeugten und sofort verbrauchten Strom bezahlen? Ist das Rechtens? Es gibt in diesem Sinne keine Einspeisung und Fremdleistung die ich bezahlen muß?
Antwort von Solarwartung24

https://www.pv-magazine.de/2014/10/08/umsatzsteuer-fr-privaten-photovoltaik-eigenverbrauch/

Zählerstände an PV-Anlage ablesen: Können die Werte so stimmen?

Für meinen Steuerberater musste ich die Zählerstände zum 31.12.16 ablesen. Zählerstand der Photovoltaikanlage Vom Wechselrichter erzeugter Strom : 22415,3 Vom Wechselrichter eingespeister Strom : 16984,3 Können die Werte so stimmen ?
Antwort von AEP Solartechnik GmbH

Demnach hätte Kunde ca. 5400kwh Eigenverbrauch, interessant wäre der zugekaufte Strom um auf den Gesamtstromverbrauch schließen zu können.

mfg
Pühler

Photovoltaikanlage: 0% oder 19% Umsatzsteuer angeben?

Ich habe eine Photovoltaikanlage mit 4,5 Kwp auf mein Dach bauen lassen. Beim Finanzamt habe ich die Rechnungen für den Bau der Anlage eingereicht, mit der Bitte die Mehrwertsteuer zu erstatten. Westnetz fragt nach ob die Einspeisung in Höhe von o% oder 19 % Umsatzsteuer berechnet werden soll. Was soll ich angeben?
Antwort von Erema UG

Bei Steuerfragen sollte man grundsätzlich den Steuerberater fragen. Jeder andere ist nicht berechtig, solche Fragen in beratendem Sinne zu beantworten. Leider haben sehr wenige Steuerberater Interesse an Bagatellbeträgen, wie sie bei 4,5 KWp-Analgen auftreten.

Also versuchen wir das mal ohne Beratung zu beantworten.

Als PV-Anlagenbetreiber werden sie beim Finanzamt auf Wunsch (den haben sie durch die Bitte um Erstattung der Mehrwertsteuer geäußert) als Gewerbetreibrender gesehen, der optiert hat. Einen Gewerbeschein brauchen Sie dazu normalerweise nicht. Die meisten Kommunen (die sind erst mal zuständig) haben kapiert, dass die Verwaltung von Gewerbeanmeldungen für PV-Anlagenbetreiber viel Arbeit macht und keine Einnahmen bringt. Die Mühe spart man sich also, normalerweise.
Also: Nachfragen, das kostet nichts. Telefonanruf genügt.

Beim Fiskus sind Sie ein Gewerbetreibender, der Einnahmen erzielt und MWST abzuführen hat. Das bedeutet: Sie verlangen vom Netzbetreiber die Zahlung der Einspeisevergütung mit ausgewiesener Mehrwertsteuer und führen diese dann an auch das Finanzamt ab. Sie können damit auch bei jeder Rechnung, die Sie im Zusammenhang mit dem Erwerb und Betrieb der Anlage erhalten und bezahlen (Wartung, Reparatur, Reinigung, Steuerberater) die Mehrwertsteuer erstattet bekommen, wenn Sie die Rechnung angeben.

Der Netzbetreiber wird den Strom verkaufen, stellt wiederum eine Rechnung an den Energieversorger mit MWST, holt die vom FA zurück, der Energieversorger macht das gleiche z. B. an den Zwischenhändler bis zum Endverbraucher, der den Strom privat verbraucht. Der kriegt nichts zurück, sondern zahlt.
Um diesen Aufwand kommen Sie also nicht herum.

Schönen Abend!

Thomas Blechschmidt

Modulerweiterung an bestehender PV-Anlage: Bestandsschutz oder Einspeisevergütung in Gefahr?

Ich habe 2 Anlagen 1. 2011 9,5KW 2WR 4,4 mit Eigenverbrauch 28ct / 13ct 2. 2012 14,88 KW 1WR 15KW Volleinspeisung 24ct Die neue EEG sieht für 2017 eine Übergangsfrist vor. Jedoch gibt weder EEG noch EON klare Auskünfte. Lt. EEG gilt für Altanlagen noch Bestandsschutz bei Änderungen (Modultausch WR-Tausch Eigenverbrauch) Soweit ich das sehe könnte ich bis Ende 2017 noch bis zu 30% erweitern und hätte noch Bestandsschutz. Kriegt man dann trotzdem noch die alte, ursprüngliche Enispeisevergütung? Wieweit ist eine Modulerweiterung vertretbar? Kann man z.B in den 15KW WR mit 20KW Modulleistung einspeisen? Oder geht der dann kaputt?
Antwort von SonnENergie Neumeyer

Sie können Altanlagen um bis zu 30% erweitern und genießen dann die gleichen Bedingungen für den Eigenverbrauch wie bis dato, für die Einspeisung gelten die jetzt aktuellen Einspeisetarife.

Die meisten WR gehen bei überhöhter Modulleistung in den Selbstschutz und erhöhen die MPP-Spannung - das hängt vom WR-Typ ab.

Stromkosten bei Eigennutzung

Wenn ich eine PV Anlage auf dem Dach habe, muss ich dann auch meinen Eigenverbrauch bei dem Energieversorger bezahlen? Soll heißen, ich nutze den gewonnen Strom hauptsächlich Zuhause und führe nichts in das Netz ein.
Antwort von SolarfuxX GmbH

Wenn Sie eine PV-Anlage mit bis zu 10 kWp betreiben, und den Strom aus der Anlage zum Teil selbst nutzen, dann müssen Sie diese "bar Entnahme" des Eigenverbrauchs am Ende des Jahres versteuern. Eine anteilige EEG Umlage fällt nicht an.

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