Praxistest zum Ertragsgewinn durch Schneeentfernung

Lohnt sich die Schneeentfernung bei Photovoltaikanlagen? Dieser Frage ist das TEC-Institut mit einem Praxistest nachgegangen, der mit einem ernüchternden Ergebnis geendet hat.
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Photovoltaik-Web.de verfasst.
PhotovoltaikPV-Anlagen im laufenden BetriebLohnt sich die Schnee-Entfernung?

Zunächst aber zu dem Versuch selbst: Als Testobjekt wurde eine 1,24 MW Freiflächenanlage der Antaris Solar im tschechischen Holysov ausgewählt. Freiflächenanlage deshalb, damit bei dem Versuch niemand zu Schaden kommt, wenn er den Schnee von Solarmodulen, die auf dem Dach montiert sind abräumen würde. Es wurden zwei Testfelder mit jeweils 32,4 kWp miteinander verglichen. Bei einem Feld wurde der Schnee täglich bis auf das Wochenende und Feiertage entfernt, beim anderen Feld wurde der Schnee nicht angerührt. Über 68 Tage wurden so die Erträge dieser beiden Felder miteinander verglichen.

Geringer Ertragsgewinn durch Schneeräumung

Das Ergebnis war für das TEC-Institut überraschend. Der Mehrertrag lag nur bei ca. 1,4%, der durch die regelmäßigen Schneeräumaktionen zusätzlich gewonnen wurde. Als Fazit wird das Schneeräumen von Solarmodulen stark in Frage gestellt, da die Kosten für das Schneeräumen die zusätzlichen Erträge übersteigen könnten. (Die Auswertung des Tests können Sie hier kostenfrei herunterladen).

Aus der Praxis: Schneeentfernung bei meiner PV-Anlage "High Light"

Ich befreie nach wie vor den unteren Teil meiner Anlage vom Schnee. Das geschieht vollkommen gefahrlos vom Boden aus. Wenn ich den oberen Teil mit einbeziehen wollte, müsste ich auf eine Leiter steigen. Das ist erstens riskant und zweitens auch sehr anstrengend. Daher lasse ich es lieber gleich.

Die Vorgehensweise, wann ich die Module vom Schnee befreie unterscheidet sich aber extrem von dem Vorgehen beim Versuch des TEC-Instituts. Hier wurden die Module stur jeden Tag vom Schnee befreit, ohne Rücksicht auf die Bedingungen. Ich stelle mir also gerade vor, wie ein Mitarbeiter im größten Schneegestöber das Testfeld vom Schnee befreit. Wahrscheinlich ist er noch nicht mal fertig mit seiner Arbeit, da sind die ersten Module schon wieder zugeschneit.

Meine wichtigsten Arbeitsmittel sind nicht der Schneeabzieher, sondern alle Informationen, die ich über das Wetter heute und in den nächsten Tagen bekommen kann. Dazu bediene ich mich den Informationen, die ich selber auf meiner Solarlogseite bereitstelle. Das sind also diverse Wettervorhersagen und prognostizierte Sonnenscheinstunden für die nächsten Tage. Zusätzlich habe ich eine Wetterstation, die mir auf meinen Standort bezogen die Wettervorhersage für die nächsten 5 Tage anzeigt.

Wichtigste Information beim Schneeräumen: Die Wettervorhersage

Nur, wenn für den nächsten Tag mindestens 4-5 Sonnenstunden vorhergesagt werden, wird eine Schneeräumaktion ins Auge gefasst. Vorletzten und letzten Winter war das des Öfteren der Fall. Im Vergleich dazu war der Winter 2012/2013 absolut enttäuschend. Nur zwei Mal bin ich bisher tätig geworden. Zwar waren die Module für lange Zeit mit Schnee bedeckt, aber das Wetter war auch äußerst bescheiden. Nur Schneefall und bedeckter Himmel. Warum sollte ich mir also überhaupt die Mühe machen, um den Schnee zu beseitigen? Sonne war sowieso keine da! Einmal hat mich die Wettervorhersage im Stich gelassen. Die Rede war von der Sonne, die eventuell auch mal hinter den Wolken hervorkommen könnte. Dann aber am nächsten Tag strahlend blauer Himmel ohne auch nur ein Wölkchen am Himmel.

Persönliches Fazit zur Schneeentfernung

Das Motto lautet: maximaler Ertrag mit minimalem Aufwand. Es gab schon Perioden, bei dem meine Anlage über Tage hinweg bei strahlendem Sonnenschein eingespeist hat, während andere Anlagen unter einer tiefen Schneedecke im ebenso tiefen Winterschlaf waren. Hier kommt auch der positive Effekt hinzu, dass bei einem teilgeräumten Dach bei guter Sonneneinstrahlung der Rest vom Schnee oft von alleine abrutscht. Pro Tag kann das dann bei meiner PV-Anlage 40 bis 50 kWh ausmachen, vor allem wenn im März und April die Tage schon wieder länger werden. Bei einer Vergütung von fast 50 Cent sind das also 20 bis 25 Euro pro Tag. Für eine halbe Stunde bis maximal eine Stunde Körperertüchtigung keine schlechte Entlohnung!

Noch ein letzter Gedanke zu Anlagen, die erst jetzt ans Netz gehen: Bei einer Vergütung von 14 Cent pro kWh (und weniger) würde ich mir auch überlegen, ob ich noch zum Schneeabräumer greife. Irgendwann ist mal der Punkt erreicht, wo auch ich sagen würde: Das lohnt sich nicht mehr. Wer es aber nicht nur von der Renditeseite aus betrachtet, sondern das Schneeabräumen als alternative Fitnessbetätigung sieht kann auch dann dieser speziellen Bewegungstherapie etwas abgewinnen.

Weiterlesen zum Thema "Problem Wettervorhersage"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Photovoltaik

Kombination von Nachtspeicherheizung und Solaranlage

Ist eine Solaranlage bei Nachtstromspeicherheizung möglich und sinnvoll bei ca. 10.000 KWh Stromverbrauch?
Antwort eines Haus&Co Experten

Ja, das kann eine sinnvolle Kombination sein - besonders, wenn Sie bei der Elektroheizung bleiben wollen. Sie benötigen auf jeden Fall einen Solarstromspeicher - da Sie den Strom dann tagsüber erzeugen, wenn die Nachtspeicherheizung gerade nicht vorheizt. Generell ist der Eigenverbrauch - dank sinkender Einspeisevergütung - stark in den Fokus gerückt. Da Solarstromspeicher auch aktuell noch von der KfW gefördert werden, würde ich da auf jeden Fall einmal ein Angebot anfragen.

Sie können sich das hier einmal kalkulieren (da ich keine Angaben zur verfügbaren Dachfläche habe): https://www.solaranlagen-portal.com/photovoltaik/kosten

Erfahrungen mit der Stromcloud?

Ich plane den Bau einer PV Anlage und habe von der Stromcloud gehört. Daher meine Frage: Kann ich auch nur die Cloud buchen? Eine PV Anlage habe ich ja schon bzw. plane / kaufe ich gerade. Gibt es sonst Erfahrungen mit der Stromcloud?
Antwort von energie-konzept24 GbR

Die Firma Sonnen und Senec bieten die Cloud aktiv an.

Wenn Sie die Cloud nutzen möchten brauchen Sie den Speicher der jeweiligen Firma.

Von Sonnen würde ich generell abraten da die Firma darauf bedacht ist einen hohen Ajtienweet zu erreichen um beim
Börsengang ordentlich Kasse zu machen. Ich bezweifle nur ob das für die Kunden nachhaltig ist und ob die Garantiezeiten
eingehalten werden.

Wenn Sie sich unbedingt eine Cloud leisten möchten, nehmen Sie Senec.

Generell kann ich Ihnen nur raten genau zu rechnen!

Die Berechnungen die wir mit beiden Anbietern vollzogen haben waren negativ.

Ich habe bis jetzt keine Berechnung gesehen wo der Kunde einen Vorteil hatte.

Gerne erkläre ich Ihnen die List und Tücken, die Sie im normalen Angebot nur sehr schlecht erkennen.

Mein Rat - Batterrie etwas größer als Ihr Verbrauch und auf jedenfall größer als Ihre PV Anlage.

Beispiel : 5 KWp PV Anlage dann 8 oder 9 KW Speicher !

Erfahrungen mit Solarziegeln von autarq

Haben Sie Erfahrung mit Solarziegeln der Firma autarq / Berlin? Wir interessieren uns für Solarziegel und wüssten gerne mehr über Vor- / Nachteile und technische Umsetzung.
Antwort von ENPLA GmbH

Hallo,
Ja wir haben Erfahrung mit den Solarziegeln von Autarq.
Referenzen können Sie bei uns besichtigen. Für weitere Fragen und eine Berstung kontaktieren Sie uns einfach!

ENPLA GmbH, 88630 Pfullendorf.

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