Neue Abschaltfrequenz bzw. Software für den Wechselrichter

22. April 2021
Der Mitarbeiter des Fachbetriebes oder des Wechselrichterherstellers kommt für die Umrüstaktion ins Haus oder zur Anlage. Wie wird der Ablauf sein? Welche technischen Änderungen werden am Wechselrichter vorgenommen?
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Photovoltaik-Web.de verfasst.
PhotovoltaikPV-Anlagen im laufenden Betrieb50,2 Hertz: Änderungen am Wechselrichter

Zu allererst muss man dem Techniker den Zugang zu dem Wechselrichter bzw. zu den Wechselrichtern ermöglichen. Die Anwesenheit des Anlagenbetreibers ist nicht zwingend notwendig. Wichtig ist nur, dass man nach Beendigung der Arbeiten ein Änderungsprotokoll erhält. Die vorzunehmenden Änderungen können sich je nach Wechselrichtertyp sowohl von der technischen Seite als auch vom Zeitaufwand unterscheiden.

Neue Anschaltfrequenz oder Software

Die Umrüstung kann auf zweierlei Wegen erfolgen. Entweder wird lediglich die Abschaltfrequenz verändert oder aber es werden andere Kennlinien eingespielt. Damit kann man das langsame Herunterfahren des Wechselrichters erreichen. Oftmals reichen die Eingabe eines Technikerpasswortes am Wechselrichter und anschließend das Verändern ein oder mehrere Parameter. Fronius hat beispielsweise Wechselrichter im Programm, bei denen nach 30 Sekunden alles erledigt sein soll. Die Abschaltfrequenz wird übrigens nur nach oben verstellt, niemals nach unten. Es kann also unter normalen Umständen nie ein Nachteil für den Betreiber entstehen.

Bei anderen Wechselrichtern ist es notwendig, eine neue Software bzw. Firmware aufzuspielen. Da kommt dann der Techniker mit einem Laptop und meist auf den Wechselrichter zugeschnittene Zusatzgeräte und -kabel und überspielt die neue Softwareversion. Das kann von der Dauer her sehr unterschiedlich ausfallen.

Zuletzt gibt es noch Wechselrichter, bei denen tatsächlich auch an der Hardware etwas geändert werden muss, das ist aber eher die Ausnahme. Darunter fällt beispielsweise die Sunny Central Familie von SMA. Die werden aber die wenigsten im Keller stehen haben.

Ganz entscheidend für die Dauer der Umrüstaktion ist natürlich auch die Anzahl der Wechselrichter. Leider ist es nicht ausreichend, die Neupara­metrisierung nur an einem einzigen Wechselrichter durchzuführen. Es darf keiner ausgelassen werden. Das Änderungsprotokoll wird entweder automatisch durch die Konfigurationssoftware erstellt oder der Techniker füllt dieses selber aus. Wichtig ist, dass man einen Nachweis in den Händen hält.

Auswirkungen auf die Garantie des Wechselrichters

Sollte ein Mitarbeiter des Wechselrichterherstellers die Umrüstung vornehmen, ist die Garantie unter keinen Umständen gefährdet. Ist der Solarteur vom Wechselrichterhersteller geschult worden, dürfte es ebenfalls keine Probleme geben. In der Verordnung zur Gewährleistung der technischen Sicherheit und Systemstabilität des Elektrizitätsversorgungsnetzes (Systemstabilitätsverordnung - SysStabV) der Bundesregierung kann man dazu folgendes lesen:

"Um zu vermeiden, dass durch die Beauftragung eines "fremden" Installateurs noch bestehende Garantieansprüche der Betreiber von PV-Anlagen gegenüber dem Hersteller des Wechselrichters erlöschen würden, wird ihnen in Satz 3 die Möglichkeit eingeräumt, innerhalb der Frist nach Absatz 2 Wünsche bei der Auswahl des Installateurs zu äußern. Sofern das Erlöschen einer Garantie droht und der gewünschte Installateur die Voraussetzungen nach Satz 1 erfüllt, ist dem Wunsch des Betreibers der PV-Anlagen Folge zu leisten. Allerdings hat in diesem Fall der Betreiber der PV-Anlagen die zusätzlichen Kosten zu tragen. Zusätzliche Kosten können insbesondere dadurch anfallen, dass die Beauftragung der vom Betreiber der PV-Anlagen gewünschten fachkundigen Person höhere Kosten verursacht, als nach Rahmenvertrag vom Betreiber des Verteilernetzes vorgesehene fachkundige Person."

Welche Auswirkungen haben die Änderungen auf den Ertrag der Anlage?

Die Änderungen haben lediglich Auswirkungen, wenn die normale Netzfrequenz von 50 Hz signifikant überschritten wird. Am Ertrag der Anlage ändert sich somit nichts. Während der Umrüstaktion kann es aber sein, dass der Wechselrichter vom Netz genommen werden muss. Diese Ausfallzeit muss der Anlagenbetreiber akzeptieren und wird nicht kompensiert.

Wer sich noch genauer darüber informieren möchte, wie seine Wechselrichter umgerüstet werden, der kann eine Excelliste der Übertragungsnetzbetreiber einsehen. Anhand dieser Liste kann ich beispielsweise erkennen, dass mein SMA 4200 TL auf eine neue Abschaltfrequenz von 50,25 Hz und der 5000 TL auf  50,35 Hz eingestellt wird. Auf der SMA-Seite, die ich unter "Herstellerhomepage" finde, kann ich noch weitere Details einsehen.

Im letzten Beitrag erfahren Sie, wie es mit den Kosten für die Umrüstaktion bestellt ist.

Weiterlesen zum Thema "50,2 Hertz: Wer trägt die Kosten?"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Photovoltaik

Kombination von Nachtspeicherheizung und Solaranlage

Ist eine Solaranlage bei Nachtstromspeicherheizung möglich und sinnvoll bei ca. 10.000 KWh Stromverbrauch?
Antwort eines Haus&Co Experten

Ja, das kann eine sinnvolle Kombination sein - besonders, wenn Sie bei der Elektroheizung bleiben wollen. Sie benötigen auf jeden Fall einen Solarstromspeicher - da Sie den Strom dann tagsüber erzeugen, wenn die Nachtspeicherheizung gerade nicht vorheizt. Generell ist der Eigenverbrauch - dank sinkender Einspeisevergütung - stark in den Fokus gerückt. Da Solarstromspeicher auch aktuell noch von der KfW gefördert werden, würde ich da auf jeden Fall einmal ein Angebot anfragen.

Sie können sich das hier einmal kalkulieren (da ich keine Angaben zur verfügbaren Dachfläche habe): https://www.solaranlagen-portal.com/photovoltaik/kosten

Erfahrungen mit der Stromcloud?

Ich plane den Bau einer PV Anlage und habe von der Stromcloud gehört. Daher meine Frage: Kann ich auch nur die Cloud buchen? Eine PV Anlage habe ich ja schon bzw. plane / kaufe ich gerade. Gibt es sonst Erfahrungen mit der Stromcloud?
Antwort von energie-konzept24 GbR

Die Firma Sonnen und Senec bieten die Cloud aktiv an.

Wenn Sie die Cloud nutzen möchten brauchen Sie den Speicher der jeweiligen Firma.

Von Sonnen würde ich generell abraten da die Firma darauf bedacht ist einen hohen Ajtienweet zu erreichen um beim
Börsengang ordentlich Kasse zu machen. Ich bezweifle nur ob das für die Kunden nachhaltig ist und ob die Garantiezeiten
eingehalten werden.

Wenn Sie sich unbedingt eine Cloud leisten möchten, nehmen Sie Senec.

Generell kann ich Ihnen nur raten genau zu rechnen!

Die Berechnungen die wir mit beiden Anbietern vollzogen haben waren negativ.

Ich habe bis jetzt keine Berechnung gesehen wo der Kunde einen Vorteil hatte.

Gerne erkläre ich Ihnen die List und Tücken, die Sie im normalen Angebot nur sehr schlecht erkennen.

Mein Rat - Batterrie etwas größer als Ihr Verbrauch und auf jedenfall größer als Ihre PV Anlage.

Beispiel : 5 KWp PV Anlage dann 8 oder 9 KW Speicher !

Erfahrungen mit Solarziegeln von autarq

Haben Sie Erfahrung mit Solarziegeln der Firma autarq / Berlin? Wir interessieren uns für Solarziegel und wüssten gerne mehr über Vor- / Nachteile und technische Umsetzung.
Antwort von ENPLA GmbH

Hallo,
Ja wir haben Erfahrung mit den Solarziegeln von Autarq.
Referenzen können Sie bei uns besichtigen. Für weitere Fragen und eine Berstung kontaktieren Sie uns einfach!

ENPLA GmbH, 88630 Pfullendorf.

Eigene Frage stellen

Sie haben eine Frage?

HausCo Logo
Solarteure und Experten beantworten kostenlos Ihre Fragen zum Thema Photovoltaik
Jetzt Frage stellen