Praxistipps zur Schnee-Entfernung

Alle Flachlandanlagenbesitzer, für die Schnee ein Fremdwort ist können beruhigt das Thema wegklicken. Aber gerade in den Gegenden, in denen die Sonneneinstrahlung in Deutschland am höchsten und die Photovoltaikanlagendichte am größten ist, nämlich in Bayern und Baden-Württemberg, haben viele Anlagen mit liegen bleibendem Schnee zu kämpfen. Zwar kommt der Schnee hauptsächlich in einer Jahreszeit, in der die Erträge sowieso äußerst gering sind, aber wochenlange Nullerträge können doch aufs Gemüt schlagen, vor allem wenn dann doch mal die Sonne scheint.
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Photovoltaik-Web.de verfasst.
PhotovoltaikPV-Anlagen im laufenden BetriebWas tun bei Schneebedeckung?

Soll man also das Dach vom Schnee befreien oder nicht? Das ist Ansichtssache und kann jedem selber überlassen werden. Bei einem Flachdach kann durch die leichte Erreichbarkeit ein Handbesen ausreichen. Bei einer Anlage auf einem dreistöckigem Haus mit 45° Dachneigung würde ich von einer Schneeentfernung abraten. Es sind durch Schneeräumaktionen auf Dächern bereits schwere Unfälle geschehen, also immer an die Unfallverhütung denken!

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn Schnee auf der Anlage liegt?

  • Abwarten
    Den Schnee einfach aussitzen. Wer in flacheren Gefilden lebt, in denen der Schnee im Regelfall am nächsten Tag geschmolzen ist wird diese Lösung bevorzugen.
  • Mit Besen aufs Dach
    Gefährlich und nicht ratsam
  • Dachlattenvariante
    Vorne an eine Dachlatte nochmals quer dazu ein T-Stück schrauben oder nageln, einen Bezug darüber damit die Module nicht verkratzen und dann vom Boden oder einem Dachfenster aus den Schnee abziehen. Diese Variante funktioniert, ist aber nicht sehr komfortabel.
  • Schnee abrutschen lassen durch gute Hinterlüftung
    Gast "Wolf" hat im Gästebuch noch folgende Variante als geeignet beschrieben. Zitat:

    Meine Erfahrung zum Schneeräumen: Mit einem einfachen selbsgebauten "Rakel" aus einem 6m langen 4-Kantholz (Querschnitt40x40mm) und einem Querbrett am Ende entferne ich lediglich den Schnee unterhalb der Module.
    Durch die Unterlüftung rutschen die Schneemassen sehr bald von alleine ab (Dachneigung 30 Grad).
  • Schneeräumer bzw. Schneeabzieher
    Dieser Schneeräumer mit Teleskopstange von Triuso hat im ausgezogenen Zustand eine Länge von maximal 5,0 Meter und funktioniert einwandfrei bei meiner Anlage.
  • Rückspeisung durch den Wechselrichter
    Dadurch wird das Modul aufgeheizt und der Schnee schmilzt. Das kostet natürlich entsprechend Energie und lohnt sich nur, wenn durch die Entfernung des Schnees in den nächsten Tagen ein spürbarer Mehrertrag in Aussicht ist. Umgesetzt von z.B. Solutronic oder Kaco. Achtung! Durch die Rückspeisung kann man die Garantie auf die Module verlieren wenn keine Freigabe durch den Hersteller vorliegt.
  • Snow-Away
    Der Snow-Away wurde von Schletter vertrieben. Mittlerweile sind aber alle Hinweise auf das System zum Schneeentfernen verschwunden. Scheinbar gab es einfach zu wenig Interessenten, dass sich der Vertrieb gelohnt hätte. Der Snow-Away war eigentlich eine gute Idee, hatte aber Einschränkungen:

    • Über der obersten Modulreihe musste eine Führungsschiene über die gesamte Dachlänge installiert werden. Es durfte also nichts im Weg sein, wie z.B. ein Kamin, eine Satellitenschüssel oder ähnliches.
    • Vor dem Haus musste jede Menge Platz sein, weil der Schnee vom Boden aus mittels einer Seilzugmechanik entfernt wurde.

Aus der Praxis: Schnee entfernen bei meiner Photovoltaik Anlage "High-Light"

Die Anlage High-Light ist auf dem höchsten Punkt der am höchst gelegensten Stadt in Baden-Württemberg beheimatet. Damit ist Schnee automatisch ein Thema, nämlich für mehr als die Hälfte des Jahres. Es geht Mitte/Ende Oktober los und zieht sich oft bis Anfang/Mitte Mai durch. Meist geht es dann nicht nur um ein paar Flöckchen, die am nächsten Tag wieder weg geschmolzen sind, sondern um Schneehöhen von einem halben Meter und mehr. Schon vor und während der Montage der Anlage Mitte/Ende November 2007 hat es kräftig geschneit, kurz nach Inbetriebnahme hatte ich acht Tage Nullertrag durch Schnee auf den Modulen:

Da macht man sich als Anlagenbetreiber schnell verstärkt Gedanken, wie man dieses Problem angeht. Im Photovoltaikforum hat ein Anlagenbetreiber auf einen Schneeräumer aufmerksam gemacht, der einen Teleskopstiel mit einer maximalen Länge von 5 Metern aufweist. Nach kurzer Zeit konnte ich das Teil in einem Baumarkt ergattern. Seitdem wird nicht nur die Garageneinfahrt vom Schnee befreit, sondern auch die unteren ein bis zwei Modulreihen.

Zu mehr reicht es leider nicht, aber immerhin. Selbst wenn es das Gerät mit einer Länge von 10 Metern gäbe, denn diese Länge bräuchte ich um bis an die oberste Kante der oberen Modulreihe zu gelangen, wäre das wohl ein so großer Kraftakt, dass ich es schnell sein lassen würde. Schon bei 5 Metern kommt man ins Schwitzen, vor allem wenn der Schnee bereits hart oder schwer ist. Bei Pulverschnee am Morgen ist es kein Problem, da ist die halbe Modulfläche in maximal zehn Minuten frei.

Einen Nachteil hat die Sache noch: Der Schnee, der von den Modulen gezogen wird, liegt ziemlich komprimiert in der Einfahrt. Da hilft nur eins: Schneeschippen. Nur gut, dass der Anlagenbetreiber eine Schneefräse sein eigen nennt.

Hier gibt es noch weitere Infos zu klassischen Reinigungsarbeiten von Photovoltaik Anlagen.

Weiterlesen zum Thema "Lohnt sich die Schnee-Entfernung?"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Photovoltaik

Kombination von Nachtspeicherheizung und Solaranlage

Ist eine Solaranlage bei Nachtstromspeicherheizung möglich und sinnvoll bei ca. 10.000 KWh Stromverbrauch?
Antwort eines Haus&Co Experten

Ja, das kann eine sinnvolle Kombination sein - besonders, wenn Sie bei der Elektroheizung bleiben wollen. Sie benötigen auf jeden Fall einen Solarstromspeicher - da Sie den Strom dann tagsüber erzeugen, wenn die Nachtspeicherheizung gerade nicht vorheizt. Generell ist der Eigenverbrauch - dank sinkender Einspeisevergütung - stark in den Fokus gerückt. Da Solarstromspeicher auch aktuell noch von der KfW gefördert werden, würde ich da auf jeden Fall einmal ein Angebot anfragen.

Sie können sich das hier einmal kalkulieren (da ich keine Angaben zur verfügbaren Dachfläche habe): https://www.solaranlagen-portal.com/photovoltaik/kosten

Erfahrungen mit der Stromcloud?

Ich plane den Bau einer PV Anlage und habe von der Stromcloud gehört. Daher meine Frage: Kann ich auch nur die Cloud buchen? Eine PV Anlage habe ich ja schon bzw. plane / kaufe ich gerade. Gibt es sonst Erfahrungen mit der Stromcloud?
Antwort von energie-konzept24 GbR

Die Firma Sonnen und Senec bieten die Cloud aktiv an.

Wenn Sie die Cloud nutzen möchten brauchen Sie den Speicher der jeweiligen Firma.

Von Sonnen würde ich generell abraten da die Firma darauf bedacht ist einen hohen Ajtienweet zu erreichen um beim
Börsengang ordentlich Kasse zu machen. Ich bezweifle nur ob das für die Kunden nachhaltig ist und ob die Garantiezeiten
eingehalten werden.

Wenn Sie sich unbedingt eine Cloud leisten möchten, nehmen Sie Senec.

Generell kann ich Ihnen nur raten genau zu rechnen!

Die Berechnungen die wir mit beiden Anbietern vollzogen haben waren negativ.

Ich habe bis jetzt keine Berechnung gesehen wo der Kunde einen Vorteil hatte.

Gerne erkläre ich Ihnen die List und Tücken, die Sie im normalen Angebot nur sehr schlecht erkennen.

Mein Rat - Batterrie etwas größer als Ihr Verbrauch und auf jedenfall größer als Ihre PV Anlage.

Beispiel : 5 KWp PV Anlage dann 8 oder 9 KW Speicher !

Erfahrungen mit Solarziegeln von autarq

Haben Sie Erfahrung mit Solarziegeln der Firma autarq / Berlin? Wir interessieren uns für Solarziegel und wüssten gerne mehr über Vor- / Nachteile und technische Umsetzung.
Antwort von ENPLA GmbH

Hallo,
Ja wir haben Erfahrung mit den Solarziegeln von Autarq.
Referenzen können Sie bei uns besichtigen. Für weitere Fragen und eine Berstung kontaktieren Sie uns einfach!

ENPLA GmbH, 88630 Pfullendorf.

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